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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    hatte Vorrang vor systematischer Planung Improvisation dominierte in der Anfangsphase über Organisation Wie richtig das rasche Handeln war beweist die Ungarnkrise die kurz nach Einberufung des ersten wehrpflichtigen Jahrganges im Herbst 1956 ausbrach und den eben erst selbständig gewordenen Staat gefährlich bedrohte Unter Anspannung aller Kräfte und unter Inkaufnahme erheblicher militärischer Risken wurde die erste Bewährungsprobe glücklich bestanden Österreich hatte seiner Verpflichtung die Neutralität zu schützen entsprochen die österreichische Neutralitätspolitik hatte ihre Glaubhaftigkeit auf überzeugende Art unter Beweis gestellt Anstatt aber nun aus den eben erst gemachten Erfahrungen wehrpolitische Konsequenzen zu ziehen und den Aufbau einer wirksamen Landesverteidigung zu forcieren mußten die Belange der Landesverteidigung gegenüber den Anliegen der Tagespolitik für die nächsten Jahre in den Hintergrund treten In dieser Zeit begnügte sich die Volksvertretung damit anläßlich der jährlichen Budgetdebatten Belanglosigkeiten zur Sprache zu bringen und im übrigen festzustellen daß eben leider nicht mehr Geld als 4 5 des Gesamtbudgets für die Landesverteidigung aufgewendet werden könne Einzelne warnende Stimmen drangen nicht durch Die Verletzung unserer Lufthoheit in West Österreich durch amerikanische Flugzeuge anläßlich der Libanonkrise beleuchtete wohl schlagartig die schwächste Stelle der Landesverteidigung gab zu Protesten Anlaß führte aber nicht zu den erforderlichen militärischen Konsequenzen Man ging vielmehr wieder zur Tagesordnung über und überließ es weiterhin dem Bundesheer mit den unzureichenden legistischen personellen materiellen und budgetären Gegebenheiten fertig zu werden Für die Bevölkerung ist das Bundesheer weiterhin bestenfalls der Nothelfer in Katastrophenfällen und ein kostenloser Arbeitsdienst Auf organisatorischem Gebiet wurde wegen der Diskrepanz zwischen den militärischen Forderungen nach möglichst hoher Einsatzbereitschaft einerseits und der kurzen Dauer des Präsenzdienstes andererseits in den ersten Jahren notgedrungen experimentiert 1961 1965 Ganz anders entwickelte sich das zweite Jahrfünft das im Zeichen planvollen Aufbaues aber auch im Zeichen heftiger ja leidenschaftlicher Auseinandersetzungen um Fragen der Wehrpolitik stand Im Juli 1961 trug eine der zahlreichen Initiativen des Verteidigungsressorts Früchte Die Bundesregierung faßte den Beschluß den Aufbau der Landesverteidigung nicht mehr allein auf den militärischen Bereich zu beschränken sondern auf den zivilen wirtschaftlichen und geistigen Bereich zu erweitern Damit hat sich Österreich der internationalen Auffassung über die Beschaffenheit einer modernen wirksamen Landesverteidigung angeschlossen Ein weiterer Regierungsbeschluß aus dem Februar 1962 schuf den organisatorischen Rahmen für die Tätigkeit der neu geschaffenen einzelnen Arbeitsausschüsse die in gemeinsamer Arbeit den Landesverteidigungsplan erstellen sollen Im gleichen Jahr beschloß die Bundesregierung die Umgliederung der österreichischen Streitkräfte Sie hatte sich hierbei von einer Doktrin leiten lassen die von der Schweiz übernommen wurde Jeder Aggressor muß wissen daß er im Falle einer Aggression einen hohen Eintrittspreis zu bezahlen hat Er muß damit rechnen daß der entschlossene Widerstand des neutralen Kleinstaates Kräfte zu dessen Hilfe auf den Plan rufen kann ein anfänglich örtlich begrenztes Unternehmen kann sich ausweiten und dadurch der Kontrolle entgleiten Wenn der Eintrittspreis glaubhaft hoch ist dürfte eine Aggression voraussichtlich aus Rentabilitätsgründen überhaupt unterbleiben Diesen Gedankengängen entsprechend bezweckte die Umgliederung des Bundesheeres zweierlei einmal die Schaffung ständig vorhandener Einsatzstreitkräfte die nach dem Feuerwehrprinzip raschest an jedem bedrohten Landesteil zum Einsatz gebracht werden können zum anderen die Einrichtung des Staatsgebietes zur territorialen Verteidigung

    Original URL path: http://www.ogs.oeog.at/fest7.htm (2015-08-12)
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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    Und weiter Österreichisches Territorium wurde weitestgehend zum Hinüberschaffen ungarischer Emigranten aus Westdeutschland Italien und Frankreich benutzt Österreichische Flugplätze dienten als Basen für die Belieferung der ungarischen Aufrührer mit Waffen und Munition Gestützt auf derartige Gerüchte folgte dann die Warnung Es liegt völlig auf der Hand daß derartige Akte der regierenden Kreise Österreichs den feierlichen Versprechungen auf Wahrung immerwährender Neutralität nicht entsprechen Die österreichische Regierung hat den Weg der Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Nachbarlandes genommen Hatte man mit den obigen Pauschalverdächtigungen das bewährte Inszenarium kommunistischer Machtpolitik bemüht und damit die vielfältigen humanitären Leistungen Österreichs und seiner Bevölkerung zugunsten der Ungarn diffamiert so bezog sich der letzte Vorwurf auf eine Rundfunkansprache Bundeskanzler Raabs vom 20 Januar in der er unter anderem vorschlug Ungarn grenzt direkt an das neutrale Österreich und irgendeine Form der Neutralität würde vom ungarischen Volk sicherlich gerne akzeptiert werden Die Schaffung je eines neutralen Staates aber diesseits und jenseits jener ideologischen Demarkationslinie die man nach dem seinerzeitigen Ausspruch Churchills als Eisernen Vorhang bezeichnet würde gewiß zu einer allgemeinen Beruhigung in Mitteleuropa wesentlich beitragen um so mehr als sich durch diese Konstruktion niemand in seiner Sicherheit bedroht fühlen müßte Moskau stieß sich auch an der Auflösung des Sekretariats des kommunistischen Weltfriedensrates in Wien Auch dazu der Originalton der Iswestija Dieser reaktionäre Schritt der österreichischen Behörden kann nicht isoliert von den Ereignissen der letzten Zeit und der Einstellung der österreichischen regierenden Kreise zu ihnen betrachtet werden Es ist kein Geheimnis daß die imperialistischen Kräfte der USA die Souveränität und Neutralität Österreichs zynisch mit Füßen tretend versucht haben und versuchen es als Startbahn für subversive Tätigkeit gegen Ungarn und die anderen sozialistischen Länder zu benutzen Auf eine ähnliche Erklärung des ungarischen Außenministeriums vom 21 Februar wies die österreichische Bundesregierung alle derartigen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück und betonte das ausschließlich von humanitären Gesichtspunkten geleitete Engagement für ungarische Flüchtlinge Auch später gehörte es zu den betont geäußerten Prinzipien der österreichischen Außenpolitik daß die Neutralität keine geistig ideologische sein könnte Einer Beruhigung des gespannten Verhältnisses zwischen Österreich und der Sowjetunion diente dann im Frühjahr ein Staatsbesuch Mikojans des ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrates der UdSSR der sich vom 23 bis 27 April 1957 in Wien und in den Bundesländern aufhielt Nun wurde in einer stets freundlichen Atmosphäre auf österreichischer Seite das Interesse unterstrichen seiner Tradition entsprechend gute Beziehungen zu allen Nachbarstaaten zu pflegen während die Sowjets wieder auf die Bedeutung der immerwährenden Neutralität für den Frieden in Europa hinwiesen aber auch die Pünktlichkeit der Österreich im Staatsvertrag auferlegten Lieferungen an die Sowjetunion unterstrichen Schließlich wurden Bundeskanzler Raab der noch als Vizekanzler fungierende Dr Schärf Außenminister Figl und Staatssekretär Dr Kreisky zu einem offiziellen Besuch nach Moskau eingeladen Damit war wenigstens in dieser Beziehung die ungarische Tragödie für Österreich abgeschlossen Hatte die Ungarnproblematik nicht nur die österreichische Außenpolitik sondern auch die Emotionen breiter Bevölkerungsschichten berührt so galt dies noch viel mehr für einen wirklichen Dauerbrenner der Außenpolitik des Ballhausplatzes bis in die Gegenwart Die erzwungene Abtretung Südtirols an Italien nach dem Ersten Weltkrieg

    Original URL path: http://www.ogs.oeog.at/fest8.htm (2015-08-12)
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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    Lenkwaffen anzuschaffen einen klaren Standpunkt gehabt und gesagt Endlich traut sich einer Ähnlich war auch die Reaktion von sowjetischer Seite Als ich nämlich kurz darauf den 4 Sterne General Dimitri Jasow angesprochen habe und gesagt habe er wisse doch keine Armee der Welt könne ohne Lenkwaffen auskommen lautete seine Antwort da da ja ja Dringlicher wäre zwar die Anschaffung von Fliegerabwehr Lenkwaffen gewesen ich habe mich aber für die Panzerabwehr Lenkwaffe BILL entschieden Wir mußten schnell zugreifen und kaufen was gerade da war Das Ganze hat mir als Folge einen Mißtrauensantrag im Parlament eingebracht und das von meiner eigenen Partei den ich aber überstanden habe Die Politiker sämtlicher Fraktionen hatten mich zuvor gewarnt Ich solle keine falschen Schlüsse ziehen Was ich machen wollte sei ja schließlich staatsvertragswidrig Als einziger hat der damalige Bundespräsident Kurt Waldheim nicht gegen mich gearbeitet Mein Nachfolger Werner Fasslabend konnte meine Arbeit fortsetzen und weiteres Gerät auf dem Sektor der Lenkwaffen erwerben Heute ist über den Staatsvertrag und auch über die Neutralität ohnehin die Geschichte bereits hinweggegangen Die europäische Nachkriegsordnung ist eine völlig neue Der Kommunismus ist mit der Sowjetunion zusammengebrochen die NATO drängt nach Osten es gibt ein vereintes Deutschland Ein Beispiel Beide ehemals besetzten Teile der Bundesrepublik Deutschland sind anerkanntes Mitglied der Staatengemeinschaft Österreich dagegen ist gedanklich antiquiert Der Staatsvertrag ist wie die Wiener Kongreßakte von 1815 zu behandeln Gewiß der Staatsvertrag hat uns Österreichern 40 friedliche Jahre gebracht Eine Teilung wie im Falle Deutschlands blieb uns erspart Die Neutralität war der Kaufpreis dafür daß der Staatsvertrag überhaupt zustande kommen konnte Den Russen war es lieber einen Riegel neutraler Staaten zwischen sich und der NATO zu haben Und schon mit der Wahl vom 25 November 1945 war es den Sowjets klar daß Osterreich nie kommunistisch werden würde Ich halte die Neutralität als Mittel zum Zweck das uns in der Vergangenheit gute Dienste geleistet hat Österreich soll und muß nun aber in die Neugestaltung Europas eingreifen auch in sicherheitspolitischer Hinsicht Klar ist daß ein gesamteuropäisches Sicherheitsbündnis auch für Österreich Vorteile hätte Und ob wir wollen oder nicht Es ist das Sicherheitssystem des kommenden Jahrhunderts Wir werden da hineinkommen Jene Politiker die für die Sicherheitspolitik verantwortlich sind tragen eine große Verantwortung Ich selber war zwar altersbedingt nie beim Militär für den zweiten Weltkrieg war ich zu jung für das Bundesheer zu alt man muß aber kein gelernter Soldat sein um zu begreifen daß es verantwortungslos ist die eigenen Kinder eines Staates zum Militär zu schicken das ihnen bei einem möglichen Einsatz nicht die geringste Überlebenschance bietet man ihm moderne Ausrüstung und Waffen vorenthält Schon als Sicherheitssprecher der ÖVP bin ich ab 1979 für eine bessere Bewaffnung und Aufrüstung der Exekutive eingetreten Das hat mir die Spitznamen Revolver Hofrat und Django der Nation eingetragen Mein Gedankengang war und ist jedoch der Ein Polizist muß im Ernstfall Waffengleichheit besitzen um gegen einen Verbrecher bestehen zu können Und was für die Polizei Recht ist kann und muß für den Soldat im Einsatz billig sein Dies durchzusetzen ist die Pflicht

    Original URL path: http://www.ogs.oeog.at/fest9.htm (2015-08-12)
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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    neuesten bzw wünschenswerten Stand der Militärtechnologie entsprach Die gezielten Entwicklungen im Ausbau der statischen Panzerabwehrkapazität in Form der Festen Anlagen und vorbereiteten Sperren in der Gestaltung einer wirkungsvollen Luftraumüberwachung mit dem System Goldhaube und der Einführung des Draken als aktive Komponente sowie die Errichtung eines spezifischen Kommunikationssystems IFMIN sollen jedoch als Beispiele dafür betrachtet werden daß in konsequentem Versuch der Ausrichtung auf die vorrangigen Erfordernisse eine möglichst hohe Dimension der Abhaltefähigkeit erreicht werden sollte und in anderen Bereichen Lücken und Schwachstellen zwar aufgezeigt werden konnten insgesamt aber als realpolitische Notwendigkeit in Kauf genommen werden mußten Immerhin hat das System der Raumverteidigung seine Funktionsfähigkeit bewiesen und sich letztlich auch im operativen Sinne als außenwirksam gezeigt So liegen doch Hinweise vor daß seitens des Warschauer Paktes eine rasche und vor allem auswirkungslose Überwindung eines österreichischen Widerstandes im Hauptoperationsraum nicht als gesichert angesehen wurde und auch andere operative Überlegungen angestellt wurden Es wird der zukünftigen Öffnung der Militärarchive vorbehalten bleiben das genaue Ausmaß dieser Einwirkungen zu präsentieren aber zusammenfassend kann festgestellt werden daß die Raumverteidigung einen schließlich beachteten Faktor und das Bundesheer doch eine operative Dimension im mitteleuropäischen Kräftespiel bildeten Als dann 1989 die Grenzverhaue durchbrochen und im Folgejahr die ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes sich neuen Zielsetzungen und politisch ökonomischen Idealen zuzuwenden begannen ergaben sich neue sicherheitspolitische und militärstrategische Rahmenbedingungen für Österreich kam es doch zu einer raschen Veränderung des geographisch politischen Umfeldes mit dem Entstehen neuer Staaten an den österreichischen Grenzen und der Ausprägung neuer innerer Strukturen in den in ihren Grenzen erhaltenen Staaten Das Österreichische Bundesheer hat überaus rasch auf diese Entwicklungen reagiert ein neues Einsatzkonzept entwickelt eine Heeresgliederung Neu ausgearbeitet und bis 1995 organisatorisch realisiert die operativen Aspekte auf die gegebenen Herausforderungen ausgerichtet und in nicht unerheblichem Ausmaß Defizite der Ausrüstung auszugleichen versucht bzw derartige Entwicklungen eingeleitet Das Österreichische Bundesheer wurde aber im Gefolge dieser Umwälzungen im Umfeld der Republik Österreich sehr direkt betroffen und zweimal zu unterschiedlichen Einsätzen aufgerufen Als Folge der stark anschwellenden Zahl illegaler Grenzüberschreitungen vor allem der Grenze zu Ungarn wurde auf Beschluß der Bundesregierung im September 1990 die sicherheitspolizeiliche Assistenz des Bundesheeres in der Überwachung der Staatsgrenze vor allem zu Ungarn begonnen Zunächst wurden rund 2 000 Mann eingesetzt die jeweils nach 4 Wochen abgelöst wurden mit Fortdauer dieser Aufgabe reduzierte sich dann der Personaleinsatz zunächst auf rund 1 500 Mann Im Frühjahr 1997 wurde die Assistenztruppe wieder um 400 Mann erhöht und ab Spätherbst 1997 werden Hubschrauber des Bundesheeres in Zusammenarbeit mit den Organen der Exekutive zur Grenzüberwachung in jenen Abschnitten eingesetzt die nicht den Kräften des Bundesheeres übertragen sind Es darf darauf hingewiesen werden daß diese Beanspruchung der Friedensorganisation des Bundesheeres nunmehr schon 7 Jahre andauert und ein Abschluß noch nicht abzusehen ist Den zweiten Anlaßfall bildete die nach dem 26 Juni 1991 ausgebrochene innere Krise auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien wo es nach der Erklärung der Unabhängigkeit Sloweniens zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam die auch die unmittelbare Grenzregion zu Österreich erfaßten Das Bundesheer wurde dabei zur militärischen Landesverteidigung in Form eines Sicherungseinsatzes an der Grenze und in der Luft herangezogen und konnte seinen Beitrag zur allgemeinen Beruhigung von Behörden und Bevölkerung im betroffenen Raum und zur Stabilisierung leisten Aber dieser Einsatz ließ in seiner Entwicklung und Durchführung erkennen welche Rahmenbedingungen zukünftig für Einsätze des Bundesheeres erwartet werden mußten Bei langer politischer Vorlaufzeit mußte dann nach vorheriger Beachtung außenpolitischer Rücksichten usw kurzfristig eine ausreichende Reaktion zur Bewältigung von Herausforderungen geringer bis mittlerer Intensität gewährleistet werden wobei direkte militärische Angriffe auf oder über österreichischem Boden nicht oder nur mit geringen Kräften zu erwarten waren Demgegenüber gewannen jedoch die Luftraumüberwachung und eine abgeschwächte Form der Luftverteidigung steigende Bedeutung Aus den Erkenntnissen dieser Entwicklung im Umfeld und der Einsätze des Bundesheeres 1990 91 wurden dann auf politisch abgesicherten strategisch operativen Grundlagen die als Eckdaten für die neue Heeresstruktur und Einsatzkonzeption bekannt wurden die Grundzüge der Heeresgliederung Neu festgelegt die dann zwischen 1993 und Ende 1995 in der Friedensorganisation und weitesten Teilen der Einsatzorganisation eingenommen und mit denen ein Übergang von der operativ statischen Raumverteidigung zu einem Konzept der abgestuften Reaktion und des flexiblen Einsatzes ermöglicht wurde Grundsätzlich hat sich nunmehr erneut eine Dynamisierung der militärstrategischen Entwicklung in Europa ergeben So wurde durch Einsatz der multinationalen Kräfte von IFOR bzw SFOR unter Kommando der NATO die Lage in Bosnien Herzegowina doch stabilisiert grundsätzlich aber das Konfliktpotential in diesem Großraum noch nicht ausgeräumt Wie die letztlich überraschende Entwicklung in Albanien in der ersten Hälfte 1997 gezeigt hat können regional begrenzte insgesamt aber nicht zu vernachlässigende Konflikte entstehen die als direkte oder indirekte Herausforderung zu bewerten sind und am diplomatischen Wege alleine nicht gelöst oder vermindert werden können Weiters haben sich einige Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes um die Aufnahme in die NATO bemüht Polen Tschechien und Ungarn werden dies wohl in einem ersten Schritt auch tatsächlich bewältigen Die NATO und hier besonders die USA haben in einer Art Charta das zukünftige strategische Verhältnis mit Rußland geregelt und damit einerseits den besonderen Status und die besonderen Interessen Rußlands anerkannt andererseits muß aber auch gesehen werden daß das Potential des heute auf rund 140 Millionen Einwohner und etwa die Hälfte des früheren Industrie und Rohstoffpotentials geschrumpften Rußland in Europa alleine etwa der Summe von Frankreich Deutschland und den Benelux Staaten entspricht und nicht mehr jene langfristigen Reichweiten und Optionen aufweist wie sie etwa die Sowjetunion noch in Anspruch nehmen konnte Trotz der an sich in Osteuropa noch vorhandenen nationalen und oder ökonomischen Fragen und Probleme kann damit gerechnet werden daß westlich des Ural gewaltsame Auseinandersetzungen größeren Ausmaßes zwischen Staaten in den nächsten 10 bis 15 Jahren als sehr unwahrscheinlich einzustufen sind Die neuen Mitgliedstaaten der NATO werden grundsätzlich ihre Streitkräfte zahlen und strukturmäßig in diesen Jahren reduzieren und in Teilbereichen auf westliche Ausrüstung übergehen es werden keine NATO Truppen oder nukleare Mittel in diesen Ländern ständig disloziert werden wohl aber infrastrukturelle Vorbereitungen für die allenfalls erforderliche Aufnahme von Verstärkungskräften gemeinsame Übungen von NATO Verbänden mit nationalen Kräften und Maßnahmen zur Einbindung der neuen Mitglieder in das Kommunikations Aufklärungs und

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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    würde in friedlicher Manier mit seinen Nachbarn zusammenleben ohne diese zu sehr dominieren zu wollen Im anderen Fall sollte man die Ex Warschauer Pakt Länder dem potentiellen imperialistischen russischen Zugriff entziehen solange es noch möglich ist Seinerzeit wurden viele Krokodilstränen vergossen daß man den Polen Ungarn und Tschechen usw leider nicht helfen sie nicht aus der sowjetischen Herrschaft befreien könne denn das hätte die Machtverhältnisse derart verändert daß ein großer Krieg die unausweichliche Folge gewesen wäre Stabilität hat Vorrang vor Freiheit Nun bietet sich die Chance beides zu gewährleisten Freiheit und Stabilität Die geostrategische Einengung Rußlands durch die NATO Erweiterung würde Rußlands Fähigkeit zu einer konventionellen Kriegführung gegen Europa einschränken welche Absicht derzeit gar nicht unterstellt werden soll Aber Rußland wird sich irgendwann wieder konsolidieren wobei niemand weiß ob dies in Weiterentwicklung der spärlich sprießenden demokratischen Wurzeln sein wird oder unter einer starken Hand die dem breiten Wunsch der Bevölkerung nach Ordnung entgegenkommt Niemand kann heute sagen womit man eines Tages rechnen muß Die NATO als Stabilisator Europas Die NATO Osterweiterung ist deshalb aus zentraleuropäischer Sicht eine Garantie gegen mögliche Bedrängnisse in einer ungewissen Zukunft Aus gesamteuropäischer Beurteilung wird sie die europäische Stabilität vergrößern und den Spielraum potentieller Störenfriede einengen Aus globaler Sicht ist sie wiederum nur eines von vielen regionalen Ordnungsproblemen Da die Impulse zur NATO Erweiterung nicht von den zögerlichen Westeuropäern sondern von der USA kommen und sekundär von Deutschland wird sie schließlich von der globalen Situation bestimmt werden Das heißt daß auch die Beziehung zwischen der USA und China die künftige Rolle Japans u a m darauf Einfluß haben wie sich die USA zu Rußland und zu Europa verhält und welchen Stellenwert sie schließlich der NATO einräumt Damit meine ich nicht die politische Rhetorik sondern die Stunde der Wahrheit Die Unterzeichnung und Ratifizierung der Protokolle über die Beitrittsvereinbarungen durch alle 16 Parlamente der NATO Staaten Wo es dann um Geld geht um die Beziehungen zu den Aufnahmewerbern mit allen taktischen Tricks um die Neuverteilung von Rollen und Einfluß in der reformierten NATO usw So gesehen ist das Tempo und letztlich das Gesamtausmaß der NATO Erweiterung durchaus noch ein offener Prozeß Österreich und die NATO In diesem Zusammenhang ist die Frage des Beitrittes Österreichs zur NATO zu stellen Sie hat eine über das Rein Österreichische hinausgehende Bedeutung aber natürlich auch eine österreichische selbst Österreichs Beitritt würde das Land in die gesicherte Zone der NATO einbeziehen es wäre für alle voraussehbaren Situationen weder militärischem Zugriff noch politischer Erpressung ausgesetzt denn wer sollte auf die NATO Druck ausüben können Die Frage ob der NATO Beitritt die Sicherheit unseres Landes erhöhen würde wird von praktisch allen sicherheitspolitischen und militärischen Fachleuten deshalb eindeutig mit ja beantwortet Wer im übrigen noch immer glauben sollte daß die Neutralität bewährt sei weil sie uns seinerzeit Sicherheit gebracht hätte dem sei die Literatur über die Operationspläne der Warschauer Pakt Staaten empfohlen aus denen klar hervorgeht daß Österreich im Falle eines Krieges sofort angegriffen worden wäre In der Zeit der Ost West Konfrontation hat uns nicht die

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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    aD Wittas Obst Dr Paumgartten nahm es auf sich die Leitgedanken der Vereinigung die man zu gründen beabsichtigte dem Leiter des damaligen Staatsamtes für Landesverteidigung Hofrat Dr Liebitzky vorzutragen Dieser erklärte sich grundsätzlich damit einverstanden bat jedoch die Organisation nicht auf Salzburg zu beschränken Man sollte vielmehr versuchen Interessenten in allen Bundesländern zu gewinnen und gemeinsam einen Statutenentwurf auszuarbeiten Dieser Bitte wurde mit einem Rundschreiben vom 14 Juni 1956 an die damaligen Oberstleutnante bzw Majore Leeb Wien Knotzer Eisenstadt Waldmüller Linz Brunner Innsbruck Duic Graz Gerstmann Klagenfurt und Pridun Bregenz entsprochen Aufgrund der positiven Stellungnahmen wurde im September ein zweiter Entwurf ausgearbeitet und zur neuerlichen Begutachtung ausgesandt In diesem zweiten Rundschreiben waren besonders Ratschläge und Anregungen des Vereinsreferenten im Bundesministerium für Inneres Obstlt aD Sektionsrat Dr Skarwada berücksichtigt worden So war vor allem eine Statutenteilung in solche für den Dachverband und für die einzelnen Landesgesellschaften vorgenommen worden Nach diesen Vorarbeiten konnte die Offiziersgesellschaft Salzburg bei der Vereinsbehörde angemeldet werden Die konstituierende Generalversammlung fand am 21 Februar 1957 im Hotel Pitter in Salzburg statt Als erste Interessenten hatten bereits am 29 November 1956 32 Herren ihre Mitgliedschaft angemeldet Am Tag der Generalversammlung war die Mitgliederzahl schon auf 75 angestiegen Aufgrund einer Weisung des Ministeriums mußte man vorläufig auf die aktive Mitarbeit der höheren Offiziere verzichten Nachdem also die Absicht des Gründungskomitees die Leitung der Gesellschaft in die Hände der militärischen Kommandanten zu legen fürs erste mißlungen war wählte man folgenden Vorstand Präsident GLt Wittas Vizepräsident GM Bacher Schriftführer Mjr aD ORgR Kwisda Stellvertreter Mjr aD Sauer Nordendorf Kassier Obst dlntD Dr Lücker nach dessen baldigen Ableben dann Olt aD Heina Eine Aussendung vom 25 Jänner 1957 hatte die anderen Landesvertretungen von der stattgefundenen Konstituierung orientiert und sie gleichzeitig aufgefordert ähnliche Gesellschaften zu gründen In die Korrespondenz des Gründungskomitees waren außer den bereits genannten Herren noch folgende Oberste und Oberstleutnante getreten Im Ministerium die Oberste Fussenegger und Paumgartten Reichel in Wien Zejdlik in Krems Forenbacher in Graz und Lütgendorf in Klagenfurt Dem Gesetz nach bestand also nun die erste Offiziersgesellschaft Die Unterstützung des Bundesministeriums für Landesverteidigung mußte aber erst erkämpft werden Nach einer persönlichen Aussprache des Vorsitzenden GLt aD Wittas mit Minister Graf am 26 November 1957 wurde die Förderung der Offiziersgesellschaften aufgrund der unterbreiteten Vorschläge vom Ministerium befohlen Erl Zl 71 143 Präs I 1957 In den übrigen Bundesländern ging die Aufstellung der Offiziersgesellschaften nur sehr langsam vor sich Noch im Jahre 1957 folgten Oberösterreich Obst Klomser und Niederösterreich Obst aD HR Colerus Leider zeigte man gerade in Wien anfänglich wenig Interesse an der Gründung einer Offiziersgesellschaft Auf die Bitte des Salzburger Vorsitzenden hin entschloß sich der GdA Dr Liebitzky der eben in den Ruhestand getreten war die Sache persönlich in die Hand zu nehmen Ende 1958 wurden die Vereinsstatuten sowohl der Landesgesellschaften als auch des Dachverbandes durch Sektionsrat Dr Kolb im Bundesministerium für Landesverteidigung umgearbeitet Die wesentlichen Punkte blieben jedoch unverändert Der Präsident der Salzburger Gesellschaft erhielt bei diesem Anlaß Gelegenheit zur Stellungnahme Seinen Vorschlägen wurde in der Mehrzahl der

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