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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    Maß hinausgehende freiwillige Selbstverpflichtung unserer Gemeinschaft gegenüber Das ist was Ihre Funktion angeht die Zugehörigkeit zur Führungsebene der bewaffneten Streitkräfte unserer Republik Einer Armee die wohl zu kaum einem Zeitpunkt eine so breite Anerkennung in der Bevölkerung genossen hat wie heute Obwohl sich das Aufgabenfeld unserer Armee im vereinten Europa drastisch ändert werden wir auch in Zukunft auf eines nicht verzichten können und wollen Auf das unbedingte Engagement von Menschen

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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    zur Landesverteidigung zu festigen und zu fördern in vollem Umfang umgesetzt wurde Die Offiziersgesellschaft Salzburg ist in diesem halben Jahrhundert ein wesentliches Bindeglied zwischen dem Bundesheer und der Salzburger Bevölkerung geworden Die stolze Anzahl von mehr als 700 Mitgliedern beweist den hohen Stellenwert den sie seit ihrer Gründung am 21 Februar 1957 unter den Offizieren erworben hat Als erste derartige Vereinigung war sie auch der Auslöser zur Gründung der übrigen Offiziersgesellschaften in Österreich War zuerst die Weiterbildung der Reserveoffiziere die vorrangige Aufgabenstellung so liegt heute das Schwergewicht bei wehrpolitischen Aktivitäten was durch zahlreiche Veranstaltungen unterstrichen wird Dabei wird auch Repräsentanten des Bundesheeres in sehr großem Umfang die Möglichkeit gegeben mit Vertretern anderer Institutionen Gedanken auszutauschen Das Österreichische Bundesheer steht derzeit im größten Reformprozess seit seiner Wiedereinführung im Jahr 1955 Die Zielsetzung ist es schlanker moderner und effizienter zu werden Dies stellt für alle Angehörigen des Ressorts eine große Herausforderung dar Neben der Aufrechterhaltung der Inlandsaufgaben wird die internationale Solidarleistung ein wesentlicher Bestandteil der neuen Aufgaben sein Ein derart forderndes Projekt kann nur umgesetzt werden wenn sie von allen Teilen der Bevölkerung getragen und unterstützt wird Die Offiziersgesellschaft Salzburg ist durch ihre Aktivitäten ein Garant und wichtiger Träger dieser Unterstützung Es

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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    die staatliche Gesellschaft umso mehr in den Hintergrund gedrängt werden umso besser es den einzelnen Bürgern geht Es ist leider immer wieder ein tragisches Großereignis im Lande oder ein Konflikt im unmittelbaren Nachbarland notwendig um den Stellenwert unseres Bundesheeres wieder anzuheben Ein ähnlicher Zusammenhang ist auch fallweise in der Politik festzustellen besonders dann wenn Wahlen vor der Tür stehen und gezielte Politik auf dem Rücken und zu Lasten des Bundesheeres

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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    mit dem exzellenten Management zu tun Der langjährige Präsident Oberst dG Peter Lovcik war seit meiner Zeit ein persönlicher Freund und ich habe miterlebt mit welchem Engagement gearbeitet wurde Die Langfristigkeit mit der vor allem die Präsidenten Lovcik und Marckhgott das Salzburger OG Schiff steuerten war für Mitglieder Politiker und den Verantwortlichen der Umfassenden Landesverteidigung ein verlässlicher Anker der Zusammenarbeit Österreichs Offiziere waren immer eine Elite Sie sind das sicherheitspolitische

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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    des Leiters des Staatsamtes Hofrat Dr Liebitzky die Tätigkeiten nicht auf das Bundesland Salzburg zu beschränken wurden von Salzburg aus Proponenten für weitere Landesgesellschaften gesucht und Vorbereitungsarbeiten für einen österreichweiten Dachverband getroffen Unmittelbar gefolgt von Oberösterreich und Niederösterreich ebenfalls noch im Jahr 1957 wurden daraufhin bis 1961 in allen Bundesländern Offiziersgesellschaften gegründet im Jahr 1960 konstituierte sich die Österreichische Offiziersgesellschaft als Dachverband Die darauf folgende Entwicklung der Offiziersgesellschaften und dabei insbesonders natürlich der Offiziersgesellschaft Salzburg die aufgrund der starken Garnisonen im Land zu den mitgliederstärksten Landesgesellschaften gehört spiegelte in vielerlei Hinsicht die Entwicklung des Bundesheeres ja der gesamten Landesverteidigung in Österreich wider Lag anfänglich der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten auf Grund der damaligen Gegebenheiten nahezu ausschließlich auf dem Gebiet der Fortbildung des Reserve und Miliz Offizierskorps sowie auf standespolitischen und gesellschaftlichen Aktivitäten so trat im Lauf der Zeit bei unseren Tätigkeiten immer stärker auch der wehr und sicherheitspolitische Aspekt in den Vordergrund Nicht nur bei allen Heeresreformen sondern auch bei vielen anderen die Landesverteidigung ursächlich berührenden gesellschaftspolitischen Entwicklungen hat die Offiziersgesellschaft ihre Stimme erhoben und Stellung bezogen oft kritisch oft unbequem stets aber im Bewusstsein des sicherheitspolitischen Gewissens in unserer Republik Bei weitem nicht Alles konnte erreicht werden aber Vieles auf

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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    auch für Österreichs Sicherheitspolitik den Auftakt zu gravierenden Veränderungen dar Mit der EU Mitgliedschaft ab 1 Jänner 1995 übernahm Österreich sämtliche politischen und rechtlichen Verpflichtungen wodurch sich auch die außen und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen entscheidend wandelten Um im Hinblick auf den Neutralitätsstatus etwaige Probleme zu vermeiden wurde mit der Ratifizierung des EU Vertrages auch Artikel 23f in die Bundesverfassung eingefügt Dieser bestimmt dass die Mitwirkung an der Gemeinsamen Außen und Sicherheitspolitik GASP der EU verfassungsrechtlich nicht durch das Neutralitätsgesetz beschränkt wird Die Zeit für Sonderwege war somit im Wesentlichen vorbei da die Optionen einer autonomen Neutralitätspolitik seither nur mehr dann zum Tragen kommen können wenn sie nicht im Gegensatz zur EU Politik und zu den dieser zugrunde liegenden Absichten stehen oder die EU keine gemeinsame Position bezieht Im Rahmen der GASP besteht zwar für jedes Mitglied die Möglichkeit einer qualifizierten Enthaltung realpolitisch käme dessen Inanspruchnahme jedoch einer Schwächung der EU und vermutlich auch einem Imageverlust des jeweiligen Staates gleich Österreichs Neutralität wurde somit nicht nur der Charta der UNO sondern auch den Bestimmungen der GASP und der 1999 initiierten ESVP untergeordnet Sie wurde somit über weite Strecken substanzlos Anerkannte sicherheitspolitische Analytiker gehen in diesem Zusammenhang davon aus dass eine effektive Mitwirkung an der Europäischen Sicherheits und Verteidigungspolitik ESVP als neutraler Staat a priori auszuschließen sei Neben der parteipolitisch unterschiedlichen Einschätzung des verbliebenen Neutralitätsgehalts gab es aber Ende der 1990er Jahre einen zweiten sicherheitspolitischen Zankapfel in Österreich eine allfällige NATO Vollmitgliedschaft Während die im Frühjahr 1995 vereinbarte PfF Teilnahme ohne größeres Aufsehen über die Bühne gegangen war und allgemein Akzeptanz fand scheiterte im Herbst 1998 der sogenannte Optionenbericht bereits an der Frage ob eine NATO Vollmitgliedschaft grundsätzlich eine Möglichkeit darstelle Als dann im Jahr 1999 die NATO auch noch den Luftkrieg gegen Jugoslawien führte um dessen Präsidenten Slobodan Miloševi zum Einlenken in der Kosovo Frage zu zwingen war die Option einer Vollmitgliedschaft wohl endgültig vom Tisch Das negative Image der NATO als Kriegsgemeinschaft der Österreich nicht angehören dürfe und solle hatte sich durchgesetzt Das Beharren auf der Neutralität und die Skepsis gegenüber der NATO können in der politischen Praxis allerdings zu Irritationen und außenpolitischen Problemen führen wie sich am Beispiel des internationalen Krisenmanagements im Kosovo im Frühjahr 1999 gezeigt hat Österreich verweigerte damals NATO Flugzeugen den Überflug obwohl sich der damalige Bundeskanzler Viktor Klima im EU Rahmen für deren Einsatz ausgesprochen hatte Hier stellten europäische NATO Partner mehr oder weniger öffentlich die Frage wie zuverlässig das neutrale Österreich tatsächlich sein kann und wie es mit seiner Solidarität beschaffen sei Unbestritten war dagegen die Berufung auf die Neutralität als Österreich 2003 der US geführten Allianz zur Invasion des Irak den Durchmarsch und Überflug verwehrte obwohl manch andere Kriegsgegner in der EU eine rein politische Argumentation Österreichs dem Rückzug auf die völkerrechtliche Position vorgezogen hätten 3 2 ÖBH vermehrt im Auslandseinsatz Abgesehen davon kam Österreich aber seinen moralischen und politischen Verpflichtungen zur Beteiligung am internationalen Krisenmanagement in beinahe vorbildlicher Weise nach Sei es die Stabilisierungsoperation in Bosnien und Herzegowina IFOR SFOR nach dem Friedensvertrag von Dayton Ende 1995 seien es die internationalen Bemühungen zur Verhinderung des totalen Staatskollapses in Albanien im Krisenjahr 1997 als OSZE Sonderbeauftragter fungierte damals Altbundeskanzler Franz Vranitzky oder sei es anschließend im Frühling 1999 das Betreiben eines Flüchtlingslagers in Nordalbanien für Kosovo Vertriebene das ÖBH leistete bei allen wesentlichen Friedensmissionen teils erhebliche Beiträge Militärisch fordernder gestaltete sich die Teilnahme von etwa 500 Soldaten an der Stabilisierung und am Wiederaufbau des Kosovo ab Sommer 1999 Bis heute stellt der südosteuropäische Raum aus sicherheitspolitischer Perspektive die absolut wichtigste Region für Österreich dar denn Österreich ist von negativen Entwicklungen in diesem Teil Europas meist sehr schnell betroffen und hat daher größtes Interesse an einer nachhaltigen Stabilisierung die im Idealfall in eine EU Integration münden soll Darüber hinaus beteiligte sich Österreich aber auch wiederholt an Friedensmissionen in Afghanistan und auf dem afrikanischen Kontinent Dabei fällt auf dass die EU als führender Akteur erheblich an Format und Bedeutung gewonnen hat So ist sie etwa bereits für das gesamte internationale Krisenmanagement in Bosnien und Herzegowina verantwortlich und übernimmt in zunehmendem Maße auch Aufgaben im Kosovo Ergänzend kann auf besondere österreichische sicherheits und verteidigungspolitische Initiativen verwiesen werden So erregte Österreichs damaliger Verteidigungsminister Werner Fasslabend Aufsehen als er erstmals in der jungen Geschichte der GASP während des ersten österreichischen EU Vorsitzes 1998 die Verteidigungsminister zu einem informellen Treffen nach Wien einlud und damit auf die Bedeutung von Streitkräften als sicherheitspolitisches Instrument aufmerksam machte Schon 1997 hatte Fasslabend die Central European Nations Cooperation CENCOOP ins Leben gerufen in deren Rahmen eine vorzeitige Koordinierung der militärischen Beitragsleistung der Teilnehmerstaaten zum internationalen Krisenmanagement erfolgen sollte Leider wurde die Tragweite dieser Option gesamtpolitisch offenbar nicht entsprechend erkannt und sie führte daher nicht zum erzielbaren Erfolg Bedauerlich ist dies vor allem deshalb weil sich innerhalb einer ständig größer werdenden EU vermehrt regionale Kooperationen als wichtig erweisen In diesem Lichte ist auch der erfolglose Versuch des Außenministeriums aus 2001 02 mit angrenzenden und nahen Staaten eine Strategischen Partnerschaft aufzubauen zu sehen Vermutlich wäre diese im Umfeld der CENCOOP Initiative früher und effektiver zu erzielen gewesen 3 3 Sicherheits und Verteidigungsdoktrin 2001 als neues Drehbuch Das verstärkte Auftreten der EU als sicherheitspolitischer Akteur ist für Österreich von besonderer Bedeutung weil es in der Sicherheits und Verteidigungsdoktrin 2001 die de facto den überholten Landesverteidigungsplan aus 1983 ersetzte die EU als seinen zentralen Sicherheitsrahmen festschrieb So ist dort zu lesen Die Sicherheit Österreichs und der EU sind untrennbar miteinander verbunden Österreich verwirklicht seine Sicherheitspolitik heute im Wesentlichen im Rahmen der EU Diese freiwillige EU Bindung erspart natürlich zudem weitere Diskussionen über eine NATO Vollmitgliedschaft sollten nicht gravierende Änderungen der Weltlage eintreten Die Betonung der EU Perspektive ist daher aufgrund der Konzeption und Orientierung visionär und pragmatisch zugleich Das Dokument leitet die neuen sicherheitspolitischen Erfordernisse vom geänderten Bedrohungsbild und den veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen ab So dominieren nicht mehr zwischenstaatliche Konflikte Risiken Gefahren und Bedrohungen entstehen vielmehr aus ungelösten innerstaatlichen Konflikten transnationalem Terrorismus organisierter Kriminalität der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und regionalen Konflikten Dies führte zu der Erkenntnis dass Sicherheit

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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    wohl Illusion Die Menschheit besteht aus Jägern und Sammlern immer noch Die Zivilisation hat daran kaum etwas geändert Das ist auch nicht schlimm und auch in den Streitkräften haben beide ihren Platz Wenn aber die Sammler überhand nehmen dann halten sie früher oder später die Hebel in Händen weil ihre Argumente dem Wollen der Bevölkerung näher sind und in der Politik daher auch mehr Verständnis finden als jene der Jäger Will man wirklich ein Heer aus Sammlern zu Berufssoldaten machen 3 Der Traum von großen Geld Eine Berufsarmee im Auslandseinsatz ist das Schaufenster des Staates Sie ist vorzüglich ausgerüstet und bezahlt Klar Wer die Söhne und mittlerweile auch Töchter des Landes ins Feuer schickt will ihnen ihre Aufgabe so kraftsparend wie möglich gestalten Er muss sie gut bezahlen weil sie sonst nicht ins Feuer wollen und er muss für sie sorgen um die Triebfeder sich zum Militär zu melden nicht erlahmen zu lassen Das ist merkwürdig Die Geschichte zeigt nämlich mit monotoner Regelmäßigkeit dass die Gemeinwesen genau das nicht tun Der Söldnerbegriff ist heutzutage überaus negativ belegt Dabei bezeichnet er lediglich einen Mann der im Sold eines Souveräns steht Alle Söldner der Kriegsgeschichte aller Zeiten und aller Regionen haben so lange loyal gedient als sie bezahlt wurden Und ebenso monoton hat man sie nicht bezahlt und damit Söldnermeutereien provoziert Trifft die Schuld den Söldner oder den Dienstherrn Und nachdem die Dienstherrn und Souveräns am längeren Hebel hocken haben sie alles getan um den Söldner der Untreue zu bezichtigen und in Verruf zu bringen um ihren eigenen Vertragsbruch zu kaschieren Gemeinwesen haben von Berufsheeren immer Loyalität verlangt ihnen aber nur selten und nie auf Dauer Loyalität angedeihen lassen Das vor allem deshalb weil der Berufssoldat eine begrenzte abgrenzbare und damit auch einfach ausgrenzbare Berufsgruppe bildet Es ist politisch wesentlich opportuner im Zweifelsfall die Berufssoldaten fallen zu lassen weil damit die Sympathie nicht sonderlich sinkt Berufssoldatentum hat nur eine Zukunft wenn der Staatssäckel prall voll ist Aber auf diesen Staatssäckel sind alle Begierden fokussiert und dem Militär zollt nur der Imperialist das nötige Geld Den Imperialismus haben wir überwunden Lobbys und Interessensgemeinschaften wollen Geld das der Finanzminister nicht hat will er ihren Wünschen nachgeben muss er es anderen wegnehmen Die die sich dagegen am wenigsten wehren werden sind die Berufssoldaten weil sie zu wenig sind um Gehör zu finden und weil sich die Apostel im Frieden leicht tun das Verschwinden von Bedrohungen zu beschwören Das hat schon sehr früh begonnen Die B Gendarmerie war eine frühe Form eines Berufsheeres und sie bot was damals im Nachkriegsösterreich nicht selbstverständlich war Einen sicheren Job Wir waren Freiwillige daher galt Halt den Mund und diene wer nicht spurt der fliegt Wir erwarteten uns nichts und konnten daher auch nicht enttäuscht werden erinnert sich ein früher Hilfsgendarm HiGe Verpflegung und Unterkunft waren umsonst der Verdienst war brauchbar es gab etwa 960 Schilling im Monat Gefördert und bezahlt wurden wir von den Ame rikanern Wir waren ihren Soldaten gleichgestellt gleich viel wert die Einheiten Unterabteilungen gleich ausgerüstet

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  • Offiziersgesellschaft Salzburg
    eingesetzt und zahlreiche Kirchenbauten initiiert hat Zentralgestalt evangelischen Lebens in Salzburg war aber der aus Sachsen stammende und seit 1923 in Salzburg wirkende Pfarrer Gerhard Florey der sich intensiv um Kontakte mit den Nachfahren der in Ostpreußen aufgenommenen Salzburger Evangelischen bemüht und sich mit den historischen Gegebenheiten der großen Emigration wissenschaftlich beschäftigt hat Floreys tiefe Menschlichkeit und Toleranz nicht nur in seinem Pastorenamt haben ihn zu einem allseits beliebten Kirchenmann gemacht Wirklich bedeutende politische Ereignisse hat es im Salzburg des Jahres 1957 nicht gegeben einige Akzente sind aber dennoch gesetzt worden So besuchte Ende April der sowjetische Ministerpräsident Anastas Mikojan nur wenige Jahre nach Stalins Tod das Salzburger Land neben einem Besuch von Mozarts Geburtshaus und einem Empfang von Stadt und Land in der Residenz gab es eine Besichtigung der Tauernkraftwerke in Kaprun wo es seit Ende Jänner ein Ehrenmal für 135 tote Bauarbeiter gab einer Salzburger Tageszeitung war dieses Ereignis die Titelzeile Hammer und Sichel über Zell am See wert Dasselbe Blatt konnte auch seine offensichtliche Schadenfreude nicht verbergen dass der traditionelle SPÖ Maiaufmarsch damals noch vielfach uniformiert und begleitet von den charakteristischen roten Fahnen mit den drei Pfeilen buchstäblich ins Wasser gefallen war In diesem parteipolitischen Zusammenhang ist auch der Antrag Bischofshofens auf das Stadtrecht am 3 Mai zu erwähnen Nachdem Anfang des Jahres 1957 Bundespräsident Theodor Körner ein ehemaliger General der k u k Armee und Führer des Republikanischen Schutzbundes der Sozialdemokratischen Partei der dreißiger Jahre verstorben war wurde auch Salzburg zum Zeichen der Trauer beflaggt Im März standen die Kandidaten für das höchste Amt im Staate fest für die Sozialisten der Vizekanzler Dr Adolf Schärf für ÖVP und FPÖ der gemeinsame Bewerber in der Person des Mediziners Univ Prof Dr Wolfgang Denk einem namhaften Krebsforscher In der Wahl vom 6 Mai 1957 entschied sich im Gegensatz zum Bundestrend die Salzburger Bevölkerung mehrheitlich für Dr Denk von 263 304 gültigen Stimmen erhielt er 145 491 gegenüber 117 813 für Schärf der als neues Staatsoberhaupt auch in Salzburg ein gern gesehener Gast nicht nur bei offiziellen Anlässen wie bei Festspieleröffnungen wurde Ende Juli kam Innenminister Helmer nach Salzburg um mit Landeshauptmann Klaus wichtige das Sicherheitswesen im Lande Salzburg betreffende Fragen zu besprechen die Parallelen zu heute sind rein zufällig ebenso wie die damals ventilierte Frage nach einem neuen Polizeidirektor Für die Salzburger Bevölkerung zweifellos relevanter als das im August eröffnete Diplomatenseminar in Kleßheim war die Frage über die Zukunft der Salzkammergut Lokalbahn der Ischlerbahn die zu den nostalgischen aber auch verkehrsnotwendigen Relikten der Habsburger Monarchie gehörte Über ihre Zukunftsaussichten und Wirtschaftlichkeit ist in Stadt und Land lange diskutiert worden Einer großen Gruppe von Befürwortern stellte sich vor allem Landeshauptmann Klaus entgegen der dadurch viele Sympathien eingebüßt hat Nachdem noch am 19 September 1957 ein Volksbegehren gegen die Einstellung der Ischlerbahn auf ein großes Interesse in der Bevölkerung gestoßen war gab es zwei Tage später einen eindrucksvollen Protestmarsch von fast 3 000 Menschen vom Bahnhof zum Residenzplatz die gegen die Stilllegung auch in ergebnislosen Vorsprachen bei Klaus Peyerl und Landeshauptmann Stellvertreter Hasenauer protestierten Schon am 1 Oktober kam das Ende mit der letzten Fahrt der Ischlerbahn bei der der Verfasser dieser Zeilen Augenzeuge war und die langen wehmütigen Pfeifsignale der Lokomotive noch heute im Ohr hat Eine Zeitung sprach von schwarzen Fahnen über den Bahnhöfen und von einem schäbigen Triumph der demokratischen Diktatur womit natürlich Klaus gemeint war Für die wirtschaftliche Entwicklung von Stadt und Land Salzburg 1957 wurde das Wirtschaftsförderungsinstitut eröffnet ist in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre der Tourismus und die Einnahmen daraus immer wichtiger geworden Schon im Jänner wurde ein neuer Prospekt für die Fremdenverkehrswerbung vorgestellt der in 400 000 Exemplaren in sechs Sprachen mit prächtigen Bildern in die Welt gehen sollte Im gleichen Monat berichteten die Zeitungen dass 1956 Salzburg an der Spitze der österreichischen Bundesländer mit 4 5 Millionen Übernachtungen und 600 Millionen damals noch Schilling Erlös aus dem Fremdenverkehr gestanden hätte Wenige Tage später wird zwar von einem flauen Jänner in der Stadt und erstmals seit Jahren rückgängigen Fremdenzahlen berichtet aber bereits drei Monate später tummelten sich zu Ostern Gäste aus aller Welt in der Mozartstadt und etwa 7 000 Autos rollten durch Salzburg Im Juni meldete die Kurverwaltung Dürrnberg über 8 000 Nächtigungen im laufenden Jahr Immer wieder überschlugen sich die Erfolgsmeldungen 93 Salzburger Gemeinden wiesen fast 1 5 Millionen Nächtigungen allein im August vor zu Jahresende lag Salzburg österreichweit mit 21 7 der Übernachtungen an zweiter Stelle das Landesverkehrsamt meldete mehr als vier Millionen Übernachtungen im Sommerhalbjahr eine Meldung die von der 5 000sten Straßenlampe in Salzburg rekordverdächtig ergänzt wurde Als eine Art von Fremdenverkehrsmesse wurde am 25 Mai die Ausstellung Gastliches Österreich feierlich eröffnet wenige Tage später gab es dort einen Tag des Bundesheeres mit der jungen Militärmusik unter Prof Leo Ertl Im Gegensatz zu heute wurde damals noch der Ausbau der Startbahn am Salzburger Flughafen moniert Lärmbelästigungen gab es damals offensichtlich noch nicht weil im Sommer Direktflüge nach London wieder aufzunehmen wären Im Februar erwartete man sich eine weitere Ankurbelung des Fremdenverkehrs von einer Seilbahn auf den Untersberg die im gleichen Monat noch vom Salzburger Stadtsenat beschlossen wurde Dem selben Zweck diente der Plan zum Ankauf der Kast Villa am Mirabellplatz für ein Haus des Internationalen Fremdenverkehrs wie es dem Landesverkehrsdirektor Dr Manzano vorschwebte letztendlich sind aber dort später die ersten Institute der wiedergegründeten Universität eingezogen Auch für den Fremdenverkehr wurde gebaut wie in Zell am See das vor Saisonbeginn einer Baustelle geglichen haben soll Ein besonderer Magnet des beginnenden Massentourismus war auch die Großglockner Hochalpenstraße deren Erbauer Hofrat Dipl Ing Franz Wallack am 22 August zu seinem 70 Geburtstag besonders geehrt wurde Nicht zuletzt dem Fremdenverkehr diente auch der weitere Ausbau der Autobahn in Richtung Wien der jedoch im Dezember 1957 wegen des Wintereinbruchs nicht mehr bis Mondsee gelangte Wenn es auch im Fremdenverkehr immer weiter bergauf ging verzeichneten andere Wirtschaftszweige Rückgänge die vor allem den Mitterberger Kupferbergbau betrafen Diesem marginalen Ereignis standen überwiegend positive Entwicklungen gegenüber so wurde Mitte Mai 1957 der Porsche Hof beim Salzburger Hauptbahnhof eröffnet und damit der weiter ansteigenden Motorisierung entsprochen Ehrengast war der Generaldirektor der VW Werke Prof Dr h c Nordhoff Anfang August zeigte die 5 Große Gauausstellung in Seekirchen mit 300 Ausstellern und 35 000 Besuchern den Salzburger Aufschwung in Gewerbe Industrie Landwirtschaft Viehzucht Jagd und Fischerei Mit dem Fremdenverkehr auf das engste verbunden war bereits 1957 das Salzburger Kulturleben im Sinne der oft zitierten Umwegrentabilität aber auch der Spitzenleistungen im musikalischen und schauspielerischen Bereich vor allem bei den 1920 gegründeten Salzburger Festspielen Auch hier geriet Landeshauptmann Klaus in das Kreuzfeuer der Kritik durch seine Pläne zum Neubau des Großen Festspielhauses das unter der Planung von Professor Clemens Holzmeister im Sommer 1960 mit einem festlichen Rosenkavalier seiner Bestimmung übergeben wurde Viele Salzburger störte 1957 die Riesenbaustelle mit den Sprengungen an der Mönchsbergwand für das Bühnenhaus Schon im Jänner finden sich immer wieder Beschwerden und Bedenken gegen das Ausmaß dieser Sprengungen nicht nur aus geologischer Sicht sondern auch wegen der befürchteten Verschandelung des barocken Stadtbildes Im Mai gab es eine Anfrage der FPÖ über Gerüchte bezüglich geplanter Garagen im Mönchsberg die heute ja nicht mehr wegzudenken und offensichtlich auch 2007 das Non plus ultra Salzburger Verkehrsplanung darstellen Den Gegnern des Festspielhausprojekts musste sich der Landeshauptmann am 15 Jänner in einer Diskussion stellen Vor diesem Hintergrund begannen am 27 Juli 1957 die Salzburger Festspiele mit der Festspielauffahrt mit der damals noch üblichen Masse von Schaulustigen zur Premiere des Fidelio in der Felsenreitschule allerdings ein Festspielauftakt im Wolkenbruch Geprägt waren auch diese Festspiele von der überragenden Persönlichkeit Herbert von Karajans an dem heute so manche Nachfolger herummäkeln ohne ihn auch nur im Entferntesten erreichen zu können Natürlich war auch damals im Publikum alles aufgeboten was Prominenz war oder sich wenigstens dafür hielt Bescheiden war der einwöchige Festspielbesuch der belgischen Königin Elisabeth sehr aufwändig dagegen die sage und schreibe bereits 667 Wort und Bildberichter aus 33 Staaten die natürlich nicht nur über die Hochkultur sondern auch über die noch nicht so genannten Adabeis berichteten Neben Karajan gab es auch andere bedeutende Dirigenten die den Salzburger Festspielen ihren Stempel aufdrückten Karl Böhm Josef Keilberth Dimitri Mitropoulos George Szell Rafael Kubelik Wolfgang Sawallisch Eduard van Beinum Dirigenten nicht nur von europäischer sondern weltweiter Bedeutung Diesem Rang entsprechend waren auch die Orchester wie die Wiener Philharmoniker das Berliner Philharmonische Orchester aber auch die Camerata Academica des Mozarteums unter dem unvergessenen Bernhard Paumgartner und das Mozarteum Orchester das trotz seiner im Februar diskutierten Krise und der Kündigung des künstlerischen Leiters Ernst Märzendorfer die gesetzten Erwartungen erfüllte Die wirklich besten Sänger der Welt gastierten auch in diesem Festspielsommer in Salzburg mit klingenden Namen wie Paul Schöffler Otto Edelmann Giuseppe Zampieri Christl Goltz Sena Jurinac Waldemar Kmentt Walter Berry Dietrich Fischer Dieskau Elisabeth Schwarzkopf Irmgard Seefried Erich Kunz Christa Ludwig Erika Köth Nicolai Gedda Anton Dermota Lisa Della Casa Max Lorenz Anna Moffo Giuletta Simionato oder Anneliese Rothenberger Eine gesangliche Weltelite die in den Meisterwerken Mozarts wie Figaros Hochzeit Entführung aus dem Serail Cosi fan tutte in Strauss Elektra und in Verdis Falstaff auftrat in Werken die noch nicht vom modernen Regietheater vergewaltigt waren sondern von wirklichen Könnern wie Karajan Günther Rennert Oscar Fritz Schuh oder Herbert Graf inszeniert wurden mit herausragenden Ausstattern und Bühnenbildnern wie Ita Maximowna oder Caspar Neher Man spielte bereits moderne Oper wie Rolf Liebermanns Schule der Frauen und Orchesterkonzerte Serenaden Matineen Kammerkonzerte Liederabende Solisten und Chorkonzerte Kirchenkonzerte und solche mit geistlicher aber auch mit zeitgenössischer Musik Natürlich war auch das Schauspiel vertreten nicht nur mit Hofmannsthals Jedermann vor dem Dom sondern auch mit Lessings Emilia Galotti und dem modernen Eugene O Neill mit seinem Erfolgsstück Fast ein Poet Wie im Musiktheater gab es auch hier eine ganze Reihe international bekannter und hervorragender Interpreten wie Ernst Deutsch Helmut Janatsch Will Quadflieg Adrienne Gessner Walther Reyer Attila Hörbiger die aus dem Film bekannte Lieselotte Pulver Ewald Balser Elisabeth Flickenschild oder Raoul Aslan die unter der Regie Schuhs und Ernst Lothars und in den Bühnenbildern Nehers und Teo Ottos große Erfolge feiern konnten von denen noch heute damalige Zuseher schwärmen Seit den Feiern zum 200 Geburtstag Wolfgang Amadeus Mozarts im Jänner 1956 gab es neben den Sommerfestspielen die bis heute existierende Mozart Woche die von der Internationalen Stiftung Mozarteum ins Leben gerufen und mit der Jugendoper La finta semplice begonnen wurde Damit setzte eine Verstärkung der nicht nur musikalischen sondern auch kommerziellen Vermarktung des Salzburger Genius loci ein die in der Gegenwart immer unappetitlichere Formen annimmt 1957 war jedoch davon noch nicht so viel zu spüren das Mozarteum als international renommierte Musikschule und andere Institutionen waren noch echte Bewahrer des großen Erbes Abgesehen von diesen Besonderheiten konnte das Salzburger Kulturleben 1957 noch einiges andere bieten das sich sehen lassen konnte Im Salzburger Landestheater gab es damals noch erstklassige Opern und Theateraufführungen man spielte Madame Butterfly Der Waffenschmied Verdis Rigoletto Bizets Carmen die Operetten Land des Lächelns und zur Eröffnung der Spielzeit im September unter dem neuen Leiter Fritz Klingenbeck Wiener Blut von Johann Strauß Von den Sprechstücken gab man unter anderem Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung Molieres Tartuffe und Franz Molnárs Liliom mit Edd Stavjanik in der Titelrolle Vera Complojer und Fritz Bischof gehörten neben vielen anderen zu den damaligen Lieblingen des Salzburger Theaterpublikums Seit 1947 bestand die Salzburger Kulturvereinigung von Künstlern und Politikern als gemeinnütziger Verein mit dem Ziel der Volksbildung ins Leben gerufen Sie bot unter der Leitung des rührigen Dr Heinz Klier Konzert und Theaterabonnements zu ermäßigten Preisen in der Großen Aula und im Landestheater an und übernahm im Februar 1957 auch Abonnements für die Aktion der gute Film in der unter anderem der ausgezeichnete Streifen Denn sie sollen getröstet werden nach dem berührenden Roman von Alan Paton gezeigt wurde Die damals noch zahlreicheren Kinos waren aus dem Salzburger Kulturleben nicht wegzudenken Spitzenreiter unter den gezeigten Filmen waren die drei Teile von Sissy mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm die von über 55 000 Besuchern gesehen wurden gefolgt vom Hauptmann von Köpenick mit Heinz Rühmann in der Titelrolle mit 33 000 Cineasten Es gab auch in Salzburg einen förmlichen Sissy Kult vor allem um Romy Schneider die im Jänner 1957 das Modehaus Thalhammer am Rathausplatz besuchte wo die Garderobe zu ihren Sissy Filmen ausgestellt war Insgesamt zeigte eine Statistik für das Jahr 1956 mehr als zwei Millionen Besucher der Kinos auf von den elf erfolgreichsten Filmen waren damals nur zwei US amerikanischer Herkunft welch ein Unterschied zum heutigen Kultur Leben Was gab es doch 1957 an herausragenden Filmen mit teilweise hoher künstlerischer und unterhaltsamer Qualität Der Glöckner von Notre Dame mit Gina Lollobrigida und Anthony Quinn im Elmo Kino konnte man Die Trapp Familie mit Ruth Leuwerik Hans Holt und Josef Meinrad sehen die amerikanische Version sollte zu einem allerdings nicht von allen geschätzten Salzburg Klischee der Tourismus Werbung für Gäste aus Übersee werden im Mirabellkino Rose Bernd mit Maria Schell im Stadtkino Zur Hölle und zurück mit dem amerikanischen Weltkriegsheros Audie Murphy und in Itzling Anastasia die letzte Zarentochter mit Lilli Palmer und Ivan Desny Im Mozart Kino gab man im März Die Halbstarken mit Horst Buchholz Karin Baal und Christian Dörmer das hochaktuelle Thema unserer Zeit hart realistisch schonungslos wie das Salzburger Volksblatt diesen 1957 mit dem Bambi ausgezeichneten Streifen ankündigte der allerdings mit einem Jugendverbot belegt war Rührselige Filme waren Herrscher ohne Krone mit O W Fischer ebenfalls ein damaliger Publikumsliebling Horst Buchholz und Odile Versois Der König und ich mit Yul Brynner und Deborrah Kerr anspruchsvoll waren Krieg und Frieden nach Tolstois Epos mit der rührenden Audrey Hepburn mit Henry Fonda Mel Ferrer und der skandalumwitterten Anita Ekberg sowie Die zwölf Geschworenen mit Henry Fonda in den Aiglhof Lichtspielen Auch mit der deutschen Weltkriegsvergangenheit beschäftigte man sich 1957 und zwar im Gegensatz zu heute in einer erstaunlich objektiven Art und Weise so wurden der englische Film Panzerschiff Graf Spee mit Peter Finch in der Rolle des Kapitäns zur See Hans Langsdorff und Der Stern von Afrika über den Brillantenträger Hans Joachim Marseille mit Joachim Hansen in der Titelrolle und Marianne Koch im Mozart Kino zur Aufführung gebracht Weniger Tiefgang aber ebenfalls großes Publikumsinteresse fand der Klamauk Zwei Bayern in Afrika mit Joe Stöckel und Beppo Brem Besonders beliebt war damals auch das Non Stop Kino am Hanuschplatz mit Wochenschauen Fernsehen war damals noch sehr wenig verbreitet und Kulturfilmen wie Grzimeks Streifen über das damalige Belgisch Kongo im Jänner 1957 war klarerweise der Sportrückblick auf die Olympischen Spiele 1956 in Cortina mit den triumphalen Erfolgen Toni Sailers ein Publikumsmagnet ersten Ranges Auch sonst wiesen Stadt und Land ein reichhaltiges Kulturangebot auf über das von den Medien berichtet wurde In der 1947 gegründeten Volkshochschule und im 1953 von Sepp Domandl ins Leben gerufenen Auditorium Academicum fanden Vorträge hochkarätiger Wissenschaftler statt wie etwa vom Geographen Egon Lendl der später erster Rektor der neuen Universität werden sollte Es gab öffentliche Büchereien in der Hauptstadt und im Land von der Halleiner Stadtbücherei wurde im Jänner über den Bestand von 10 000 Bänden und einer starken Frequenz durch die Bevölkerung berichtet Es gab die Internationalen Ferienkurse für deutsche Sprache und Germanistik von Professor Seidlhofer die im Sommer 1957 u a Dichterlesungen von Ina Seidel Georg Rendl Reinhold Schneider und Karl Heinrich Waggerl veranstalteten für letzteren gab es im Dezember eine Reihe von Ehrungen durch Stadt und Land zum 60 Geburtstag er und Tobi Reiser waren auch für das bis heute bestehende Salzburger Adventsingen verantwortlich Im Bildungsbereich waren die höheren Schulen noch weitgehend auf die Hauptstadt Salzburg konzentriert wodurch sich für die ländlichen Gegenden große Nachteile ergaben Im Juni 1957 wurde über die Feierlichkeiten zum 340 Jahr Jubiläum des Gymnasiums des späteren humanistischen und heute akademischen Gymnasiums berichtet es gab einen Festgottesdienst mit Weihbischof Filzer in der Kollegienkirche und eine Gedenkstunde im Studiengebäude mit einer Besinnung auf die Gefallenen der Anstalt Neben dem Realgymnasium in der Lehener Kaserne der Realschule am Hanuschplatz und der Gewerbeschule am Rudolfskai gab es als neuen Schultypus das Werkschulheim Felbertal das neben der Matura eine Lehrlingsausbildung in verschiedenen Bereichen anbot und das im März 1957 die ersten Absolventen entließ Ab Oktober gab es dann auch in Salzburg eine Arbeiter Mittelschule kurz zuvor fand der feierliche Akt zur Eröffnung der erweiterten Bundesfachschule für Holz Stein und Metallbearbeitung in Hallein durch Bundespräsident Schärf und die Weihe durch Erzbischof Rohracher statt Von der hohen Wissenschaft war im Salzburg des Jahres 1957 noch nicht so viel zu verspüren wie 50 Jahre später Es gab zwar einen Hochschulverein und die 1945 wiederaufgenommenen Hochschulwochen die sich um eine Wiedergründung der 1810 von den Bayern aufgehobenen alten Universität Erzbischof Paris Lodrons bemühten aber noch war keine Entscheidung darüber gefallen ob es eine katholische oder eine staatliche Universität werden sollte erst 1962 wurde zugunsten einer staatlichen Institution entschieden Wissenschaftlich geprägt war aber jedenfalls im März 1957 ein Internationaler Ärztekongress in Bad Gastein bei dem über 400 Ärzte in den Böcksteiner Heilstollen einfuhren und sich von den dortigen Kurerfolgen verblüfft zeigten Im Februar 1957 wurden die Domgrabungen wieder aufgenommen die noch jahrelang weitergeführt wurden Dr Trathnigg aus Wels und Dr Vetters aus Wien waren die Fachleute die im Februar mit den Fundamentuntersuchungen im Dominneren begannen Im Mai wurden urgeschichtliche Funde am Adneter Riedl gemeldet die Siedlungsspuren aus der jüngeren Bronzezeit ergaben und im Juni berichtete der Salzburger Landesarchäologe Dr Martin Hell über zwei Axtfunde aus der Siezenheimer Au Kulturelle Akzente sind auch in anderer Form gesetzt worden Lofer ehrte im Jänner den Komponisten Wilhelm Kienzl der hier im Sommer 1893 den Plan zum Evangelimann gefasst hatte die Lyrikerin Erna Blaas war die erste Trägerin des Trakl Preises der ihr am 2 Februar 1957 im Kaisersaal der Residenz überreicht wurde Im März gab es eine Presseführung durch das ehemalige Ursulinenkloster das zur Heimstätte für das neue Haus der Natur unter der Direktion von Eduard Paul Tratz werden sollte Im gleichen Monat wurde mit einem Festakt in der Residenzgalerie eine Fischer von Erlach Ausstellung eröffnet im Frühjahr gab es Jubiläumskonzerte der Liedertafeln in Salzburg und Bischofshofen die feierliche Eröffnung des Musikalischen Frühlings durch Landeshauptmann und Bürgermeister im Carabinierisaal der Residenz und den Ankauf des

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