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  • Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Forschung - Projekte - Abgeschlossene Projekte - MCS - Studie
    nicht akute Vergiftungen sondern Langzeitbelastungen mit bestimmten Chemikalien Menschen die an MCS leiden verlieren meist ihren Beruf können nur mehr mit Atemmasken die Wohnung verlassen und vertragen nur wenige Lebensmittel Diese Chemikalien Erkrankung wurde zuerst in den USA beobachtet und beschrieben mittlerweile wird sie weltweit wahrgenommen Da die Krankheit wegen mangelnder Information meist nicht oder erst sehr spät erkannt wird erleben die PatientInnen einen jahrelangen Gang von einem Arzt zum anderen ohne wirkliche Hilfe zu finden Manche landen sogar in der Psychiatrie und es kommt zur totalen Ausgrenzung der Betroffenen MCS stellt unter den immer mehr zunehmenden Umwelterkrankungen sicher nur die Spitze eines Eisberges dar Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende ANFRAGE 1 Wieviele MCS Erkrankungen sind in Österreich offiziell bekannt 2 Was werden Sie zur Aufklärung von ÄrztInnen und PatientInnen über diese Krankheit unternehmen 3 An MCS Erkrankte sind in noch höherem Maß als andere Allergiker auf teurere Lebensmittel einen Wohnungsumbau zur Erreichung eines verträglichen Wohnraumklimas etc angewiesen Dies ist für die Betroffenen mit unlösbaren finanziellen Problemen verbunden Was werden Sie unternehmen um den Betroffenen finanzielle Hilfestellung zu geben 4 Planen Sie eine Gesetzesänderung dahingehend daß Umwelterkrankungen eine Anspruchsvoraussetzung auf Pflegegeld darstellen Wenn nein warum nicht Die BEANTWORTUNG durch das Bundesministerium für Arbeit Gesundheit und Soziales erfolgte mit Schriftstück vom 28 1 1998 und lautet wie folgt Zur beiliegenden Anfrage führe ich folgendes aus Einleitend ist zunächst festzustellen daß es sich bei dem Begriff MCS nach derzeitiger medizinischer Erkenntnis um keine Krankheit im eigentlichen Sinn handelt sondern um eine von manchen Seiten als Verlegenheitsdiagnose bezeichnete Umschreibung für subjektiv geäußerte an verschiedenste Erkrankungen erinnernde Beschwerden ohne daß laborchemische oder körperliche Anzeichen für die entsprechende Erkrankung gefunden werden können Häufig werden seitens der Betroffenen Umwelteinwirkungen chemische Stoffe aber auch Strahlen Magnetfelder etc als Ursachen angegeben ohne daß im Einzelfall überhaupt eine Belastung in krankheitsrelevanten Konzentrationen nachzuweisen ist So hat etwa eine an der Universitätsklinik Erlangen durchgeführte Untersuchung ergeben daß nur in sehr wenigen Fällen eine tatsächliche Belastung mit chemischen Stoffen und da auch nur in Konzentrationsbereichen die nicht als beschwerdeauslösend qualifiziert werden können vorliegt sich aber unter den Patienten die über angeblich umweltbedingte Beschwerden klagen ein außerordentlich hoher Anteil mit psychischen Störungen vor allem Somatisierungsstörungen befindet Diese Störungen äußern sich durch vielfältige unspezifische körperliche Symptome Erklärt wird dies damit daß im Rahmen der Abwehr von schmerzhaften psychischen Affekten ein Ausweichen auf eine körperliche Ebene erfolgt und innere Konflikte so externalisiert und auf eine vermeintliche äußere Gefahrenquelle wie z B chemische Stoffe zurückgeführt werden Der Leidensweg dieser Patienten liegt nicht wie in der parlamentarischen Anfrage behauptet wird darin daß der Bezug zu irgendwelchen Chemikalien nicht erkannt wird welcher auch tatsächlich oft nicht gegeben ist sondern darin daß die psychosomatische Komponente nicht berücksichtigt wird Die Patienten kaufen möglicherweise neue Möbel oder gar eine neue Wohnung die Beschwerden selbst bessern sich dadurch wenn überhaupt nur vorübergehend da die eigentliche Ursache bestehen bleibt Zu Frage 1 Nachdem es für MCS keine Meldepflicht gibt sind auch keine diesbezüglichen Zahlen verfügbar Zu Frage 2 Ärzte sind verpflichtet sich fort bzw weiterzubilden Dafür sind entsprechende Strukturen z B im Rahmen der Ärztekammer und den Universitäten vorhanden Da es sich wie bereits angeführt bei MCS weder um eine bestimmte Krankheit noch um ein konkretes Beschwerdebild handelt hilft den Betroffenen nur die eingehende individuelle ärztliche Abklärung der Krankheitssymptome Aufklärungs oder Vorsorgemaßnahmen wie bei bestimmten Krebsarten sind in diesem Fall nicht angezeigt Zu Frage 3 Der Vergleich mit Allergien ist unzutreffend Bei einer Allergie besteht ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der Einwirkung des Allergens Die therapeutischen Empfehlungen sind somit nachvollziehbar Bei MCS besteht kein nachweisbarer Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der Einwirkung eines bestimmten Stoffes daher sind in Richtung der in der Anfrage angesprochenen therapeutische Maßnahmen nicht begründbar Im Falle einer psychischen Ursache der Beschwerden wären ein Wohnungsumbau oder der Konsum spezieller Lebensmittel bestenfalls ein Placebo ohne eine darüber hinausgehende Aussicht auf Besserung der Symptomatik Zu Frage 4 Das Pflegegeld gebührt bei Zutreffen der Anspruchsvoraussetzungen wenn aufgrund einer körperlichen geistigen oder psychischen Behinderung oder einer Sinnesbehinderung der Betreuungs und Hilfsbedarf von zumindest mehr als 50 Stunden monatlich voraussichtlich sechs Monate andauern wird Für den Anspruch auf Pflegegeld ist nicht die Art der Erkrankung sondern der im konkreten Fall erforderliche Pflegebedarf maßgebend Eine Gesetzesänderung ist daher nicht erforderlich Die Bundesministerin Die vorgestellte parlamentarische Anfrage und vor allem deren Beantwortung stellt ein Dokument dar wie in Österreich der offizielle Wissensstand von höchsten politischen Gremien gehandhabt wird Das Schicksal der in Österreich erkrankten MCS Patienten wird davon beeinflußt Im Folgenden wird der Stand des Wissens von anderer Seite her dokumentiert MCS Tagung der Weltgesundheitsorganisation WHO in Berlin Am 28 2 1996 erfolgte eine gemeinsame Presseerklärung des Umweltbundesamtes und des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin in Berlin die im folgenden zitiert wird Ursachen Diagnostik und Therapie der vielfachen Chemikalienüberempfindlichkeit MCS stellen Wissenschaft und Ärzte vor Probleme Fragen zu den Ursachen und zur Diagnostik eines Beschwerdebildes das bisher mit dem Begriff Multiple Chemical Sensitivity kurz MCS umschrieben wurde standen im Mittelpunkt eines internationalen Wissenschaftlertreffens zu dem die Weltgesundheitsorganisation WHO auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit nach Berlin geladen hatte Beteiligt waren das Umweltbundesamt UBA und das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin BgVV die bereits 1995 ein erstes orientierendes Fachgespräch zu diesem Thema geführt hatten Die Klärung der Ursachen als Basis für präventive Maßnahmen Vorschläge für ein einheitliches diagnostisches Vorgehen und die Entwicklung von Therapieansätzen die eine effektive und effiziente Behandlung ermöglichen halten die Wissenschaftler für dringend geboten Für abschließende Antworten auf diese Fragen das wurde im Verlauf der Tagung deutlich reicht der aktuelle Wissensstand nicht aus Patienten mit Idiopatischen umweltbezogenen Unverträglichkeiten fühlen sich in ihrer Gesundheit so stark beeinträchtigt daß sie zunehmend weniger in der Lage sind am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen Zu sozialen Defiziten kommen häufig wirtschaftliche Einbußen hinzu wenn der Beruf nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausgeübt werden kann In dem Bestreben giftigen Einflüssen aus dem Weg zu gehen geraten die Patienten zunehmend in eine Isolation und damit in einen nur schwer zu durchbrechenden Teufelskreis Behandelnde Ärzte befinden sich in einem Dilemma zwischen der offensichtlichen Not der Patienten und dem aktuellen Unwissensstand Die Ergebnisse der WHO Tagung lassen sich wie folgt zusammenfassen Die Experten waren sich darin einig daß es Patienten gibt die über eine Vielzahl unerklärbarer umweltbezogener Unverträglichkeiten berichten Diese Patienten stehen unter starkem Leidensdruck sie brauchen Mitgefühl und professionelle ärztliche Hilfe Untersuchungen sollten auf einem ganzheitlichen Verständnis der Patienten beruhen Sie sollten sein psychosoziales Umfeld ebenso berücksichtigen wie mögliche schädliche Umwelteinflüsse Alle anderen Krankheiten die einer spezifischen Therapie bedürfen müssen bei der Diagnosenstellung sorgfältig ausgeschlossen werden Viele heute im Rahmen der Diagnostik herangezogenen Verfahren haben sich zum Nachweis der Idiopatischen umweltbezogenen Unverträglichkeiten nicht bewährt Wirksame Behandlungsmethoden können erst ermittelt werden wenn die Ursachen geklärt sind Bis zur endgültigen Klärung der Ursachen und damit der zu empfehlenden therapeutischen Maßnahmen ist eine verständnisvolle und unterstützende Behandlungsweise angezeigt Ergänzend hierzu gelten sowohl die Vermeidung schädigender Umwelteinflüsse als auch psychologisch psychiatrische Therapieansätze als gängige Vorgehensweisen Hierbei ist allerdings darauf zu achten daß Methoden der Expositionsvermeidung nicht zu einer gesellschaftlichen und sozialen Isolation der Patienten führen Die Fachleute waren sich darin einig daß von aggressiven Behandlungsmethoden wie z B der Chelat Therapie kann zu einer zu schnellen Mobilisierung der Gifte im Körper führen Anm d Verf oder der Entgiftung durch Sauna abgesehen werden sollte da Schäden für den Patienten nicht ausgeschlossen werden können Nach Ansicht der Experten sollte sich der Forschungsbedarf auf die Ermittlung der Natur und Ursachen umweltbezogener Unverträglichkeiten konzentrieren Die Schlüsselfrage ist ob Patienten mit MCS in der Lage sind im Rahmen von Placebo kontrollierten Doppelblindversuchen zwischen den von ihnen als ursächlich angesehenen Umwelteinflüssen z B Chemikalien oder elektromagnetische Felder und Placebos zu unterscheiden Die Fähigkeit zur Unterscheidung würde auf eine toxikologische Ursache hindeuten anderenfalls wären eher seelische Ursachen anzunehmen Die Wissenschaftler forderten eine sachliche und rationale Auseinandersetzung mit den Problemen und wiesen darauf hin daß dazu eine Kooperation auf internationaler Ebene von entscheidender Bedeutung ist Die Information der Öffentlichkeit sollte auf allgemein anerkannten Erkenntnissen und nicht auf Aussagen spekulativen Inhalts beruhen Es ist beabsichtigt als nächsten Schritt auf nationaler Ebene ein Treffen aller im Gesundheitswesen Verantwortlichen Ärzten Gesundheitsdienste Institutionen Behörden und Versicherungsträger durchzuführen Ziel soll es sein koordinierte Handlungsansätze für den sachgerechten Umgang mit umweltbezogenen Beschwerdebildern zu finden Die Patienten Wie fühlt man sich als Betroffener mit einer Krankheit die auf Seiten der Experten dermaßen umstritten ist Es gibt keine klinischen Untersuchungen oder einfache Tests im Labor die MCS bestätigen oder ausschließen können Bei Medikamenten ist es völlig selbstverständlich daß die Ärzte den Patienten Glauben schenken wenn sie über Nebenwirkungen berichten Auch in diesen Fällen könnten die Angaben der Patienten oft nicht bestätigt werden Hier werden aber keine Beweise gefordert sondern die Therapie wird umgestellt Die Diagnose MCS beruht hauptsächlich auf der Darstellung des zeitlichen Zusammenhanges von Kontakten mit reizauslösenden Stoffen und deren Wirkungen Dazu sind stundenlange Gespräche notwendig Das Führen eines Tagebuches kann ebenfalls hilfreich sein Ebenso ist eine ausführliche diagnostische Abklärung aller anderen denkbaren Ursachen für die Beschwerden notwendig Hier beginnen die ersten Probleme für den Patienten Die Zeit die notwendig wäre um MCS abzuklären wird in unserem Gesundheitssystem den frei praktizierenden Ärzten von Seiten der Krankenkassen nicht vergütet Würde MCS anerkannt so wären allerdings die Kosten für das Erkennen von MCS noch der kleinste Teil der finanziellen Belastung für unsere Gesellschaft Therapeutische Grundlage für MCS Patienten ist das Arbeiten Wohnen Essen und die Bekleidung ohne Schadstoffe Ihr Lebensstil muß sozusagen gegen den Strom der Zeit organisiert werden und dies unter der Bedingung der mehr oder weniger stark eingeschränkten Möglichkeit Geld zu verdienen In der Praxis bedeutet dies einen hohen finanziellen Aufwand und dies im Zeichen des Sparpakets und der zunehmenden finanziellen Einschränkungen im sozialen Bereich Was ist hier einfacher als MCS in das Gebiet des Expertenstreites zu verlagern und auf die endgültige Abklärung zu warten Die Ärzte selbst kommen in eine vorprogrammierte Konfliktsituation wenn sie eine Diagnose stellen die es offiziell gar nicht gibt siehe MCS Parlamentarische Anfrage Angenommen ein Arzt hat sich durch Fortbildung soweit sachkundig gemacht daß er eine MCS erkennen und diagnostisch bestätigen kann Der Patient wird mit dieser ärztlichen Bestätigung bei Rentenbegehren bei Schadenersatzansprüchen bei Anträgen für Pflegegeld oder Kuraufenthalten kaum Anerkennung finden bei jenen Stellen die das alles zu bezahlen hätten Die übliche Reaktion ist die Vertagung der Entscheidung Dies hat zur Folge daß die Betroffenen meist jahrelang auf so etwas Ähnliches wie einen Kompromiß warten müssen Es sei hier nur am Rande vermerkt welche Probleme MCS in der Praxis verursachen kann Der Bruder einer MCS Patientin berichtete mir daß seine pflegebedürftige Schwester die normale Hauskrankenpflege nicht in Anspruch nehmen kann da bei ihr Besucher die Parfüms oder Deodorants benützen eine dramatische Verschlimmerung des Zustandsbildes bewirken Sie muß eine private und teurere Pflegerin bestellen die auf diese Besonderheit Rücksicht nimmt Aus dem Therapiezentrum Ybbs stammt zu diesem Fall folgende Fachärztliche Äußerung von Primarius Dr Kurt Sindermann die er mit 12 11 1997 datierte Sehr geehrte Damen und Herren Meine Patientin N N geboren 1957 leidet an einer MCS Es handelt sich dabei um eine multiple Sensibilität gegen Chemikalien Kunststoffe usw Die Erkrankung ist in dem bei Frau N N gefundenen Schweregrad offenbar selten Eine Behandlung ist derzeit noch nicht möglich die Auslöser müssen vermieden werden Eine Wohnung in schadstoffarmer grüner Umgebung wäre wahrscheinlich das Wichtigste überhaupt Die Innenausstattung muß ohne Platten Kunststoffe bei Anstrichen und Belägen und ohne Lacke möglich sein spezielle Farben werden extra angefertigt In der Wohnung wird ein Rollstuhl verwendet da Frau N N großteils bettlägrig ist Putzmittel Düfte und Kunststoffe machen speziell das Liftfahren praktisch unmöglich Personen die mit Frau N N Kontakt haben müßten sich und ihre Kleidung mit sehr speziellen Waschmitteln reinigen was vielen kaum möglich ist Eine MCS gerechte Pflege verlangt nach genauer Kenntnis der krankheitsbedingten Notwendigkeiten Da die Angebote gängiger Hilfsorganisationen nicht den Bedürfnissen entsprechen Duftstoffallergie Notwendigkeit einer Rotationskost muß nach maßgeschneiderten Lösungen gesucht werden die auch alle Unverträglichkeiten berücksichtigen Für behindertengerechte und spezielle Ausstattung der Wohnung werden sicherlich Unterstützungen und Förderungen benötigt werden Auch für Erledigungen auf Ämtern und Behörden wird Hilfe benötigt Da N N bettlägrig ist muß bei Ämtern jeweils von einer von ihr beauftragten Person vertreten werden Bis zur Beistellung einer MCS gerecht ausgestatteten Wohnung muß nach einer Zwischenlösung gesucht werden denn in dem ihr ursprünglich zu diesem Zweck zugewiesenen Zimmer sind mit dem Regen nun Feuchtigkeit und Schimmel aufgetreten Gerade im Winter wäre das als Daueraufenthaltsort für Frau N N gesundheitlich bedenklich Ich ersuche herzlich um entsprechende Unterstützung um das schwere Schicksal dieser Patientin letztlich doch zum Guten zu wenden Mit freundlichen Grüßen Prim Dr Kurt Sindermann Dieser schriftliche Hilferuf des behandelnden Arztes half Frau N N keineswegs bei den zuständigen Behörden Sie verbrachte den ganzen Winter in der verschimmelten Wohnung Auch wurde bei der Pflegegeldbemessung nicht auf die oben angeführte prekäre Situation Rücksicht genommen Darstellung in den Printmedien Vor 4 000 Jahren wurden im alten Babylon die Kranken in Begleitung von Angehörigen am Rande des Marktplatzes zur Schau gestellt Sie konnten so mit Vorbeigehenden ins Gespräch kommen und über ihre Krankheit erzählen Die Zuhörer gaben dann ihre Kommentare ab gaben Tips und Hinweise wie die Krankheit zu interpretieren sei und welche Behandlung ausprobiert werden könnte Ähnliches passiert auch heute noch Der Arzt ist nur einer von mehreren Ratgebern wenn es darum geht eigene gesundheitliche Störungen zu verstehen Falldarstellungen auf den Gesundheitsseiten in den Printmedien werden deshalb so gern gelesen weil hier Interpretationen und Behandlungsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Beschwerden angeboten werden In den letzten Jahren tauchen immer mehr Fallbeispiele auch zum Thema MCS auf Diese Artikel haben ihre eigene Funktion Betroffene die sie lesen vergleichen ihr Schicksal mit den beschriebenen Fällen Nichtbetroffene werden beim Lesen aufmerksam auf ungewöhnliche Wirkungen von Schadstoffen Die Fachwelt selbst ist äußerst gespalten in der Interpretation dieser Darstellungen Die einen werden von krankmachender Panikmache reden die anderen werden neugierig und versuchen sich anhand von Fachliteratur ein eigenes Bild zu machen Da alle diese Vorgänge für das Verständnis der Betroffenen von großer Bedeutung ist werden hier drei mehr oder weniger zufällig ausgewählte Beispiele der Darstellung von MCS angeführt die letztes Jahr erschienen sind 1 frau aktuell Unter dem Titel MCS die neue Umweltkrankheit brachte frau aktuell einen Bericht über die Fachklinik Nordfriesland in Bredstedt Diese Klinik in Schleswig Holstein arbeitet eng mit dem Breakspear Hospital in London zusammen das seit 30 Jahren auf die Behandlung von Umwelterkrankungen spezialisiert ist In Bredstedt wurden in den vergangenen Jahren rund 500 Umweltkranke untersucht und medizinisch betreut Im Bericht wird auch der typische Fall einer 54jährigen vorgestellt die seit 23 Jahren krank ist Sie hat als junge Frau in einer Schlosserei gearbeitet wo sie mit vielen Farben und Metallen in Berührung gekommen war Sie bekam Sehstörungen und konnte nur noch schwankend gehen Die erstgestellte Diagnose lautete Multiple Sklerose Ihr Zustand wurde im Lauf der Jahre lebensbedrohlich Im März 1994 wurde sie dann in die Umweltklinik eingewiesen wo sie entsprechend der Diagnose MCS behandelt wird Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung 2 Tina Hier wird unter dem Titel Erst durch Bluttests kam die Vergiftung an den Tag ein besonders schwerer Fall einer 33 jährigen Frau vorgestellt Sie lebt mit Möbeln aus Glas und Metall der Fußboden besteht aus unbehandeltem Holz die Wände sind nur gekalkt Der Raum in ihrem Elternhaus hat eine spezielle Luftfilteranlage die Staub Schmutz und Bakterien auffängt Das Sauerstoffgerät von dem im Notfall das Leben der Patientin abhängt ist immer griffbereit Bereits ein Parfüm kann lebensbedrohliche Anfälle auslösen Sie leidet an MCS einer Überreaktion des Körpers auf chemische Substanzen Schon geringste Mengen lösen Kopfschmerzen Schwindel Atemnot und Herzbeschwerden aus Jahrelang wurde die Ursache nicht erkannt berichtet die ehemalige Dekorateurin Die ersten Symptome traten schon auf als ich meine Lehre machte Es begann mit migräneartigen Kopfschmerzen und Müdigkeit Der Grund war eine Vergiftung weil in dem Kaufhaus 60 mal Insektenvernichtungsmittel gespritzt wurden vor allem gegen Kakerlaken Wenn wir morgens zur Arbeit kamen atmeten wir das Gift ein ohne es zu ahnen Im Laufe der Jahre nahmen meine Beschwerden zu aber die Ärzte wußten keinen Rat Ich magerte immer mehr ab wog nur noch 38 Kilo Zudem trat Hörverlust auf Vor drei Jahren brach die junge Frau an ihrem Arbeitsplatz zusammen Erst danach kam durch Bluttests die Vergiftung an den Tag Die Schadstoffanalyse ergab erhöhte Werte von Pestiziden und anderen gefährlichen Chemikalien Inzwischen wurde von 24 Fachärzten und Gutachtern die gleiche Diagnose gestellt MCS 3 Lisa Waschpulver und Duftstoffe machten sie zum Pflegefall so beginnt der Artikel in der Zeitschrift Lisa Hier wird das Schicksal einer 34 jährigen Frau geschildert die an MCS erkrankt ist Nicht nur die Schilderung des Krankheitsbildes entspricht geradezu prototypisch einer MCS Erkrankung sondern auch die Erfahrungen mit den Mitmenschen Da mir in Österreich wiederholt ganz ähnliche Sachverhalte mitgeteilt wurden möchte ich aus dem Artikel länger zitieren Waschpulver Farben Duftstoffe und chemisch behandelte Nahrungsmittel all das ist Gift für Anette Hamm Sobald sie mit einem dieser Stoffe in Berührung kommt rebelliert ihr Körper Quälende Nervenschmerzen die zum Teil Tage andauern sind die Folge schildert die Frau Die Mutter einer zwölfjährigen Tochter leidet an Multipler Chemikalien Sensibilität Sie kann nur noch mit Atemschutzmaske an die Luft Ihre einzige Nahrung Kartoffeln und Reis Alles andere verursacht Blasen im Mund verätzt die Speiseröhre Biokost würde ich eventuell vertragen aber die kann ich mir nicht mehr leisten Natürlich versuche ich auch normale Lebensmittel zu essen aber das ist dann die Hölle Die gelernte Lederwarenverkäuferin lebt derzeit mit ihrer Tochter Melanie von Sozialhilfe Die Krankheit machte sie arbeitslos Keiner hatte Verständnis für mich Mobbing kam auch dazu Ich war ja ständig krank und damit angreifbar Ihr Erspartes steckte die geplagte Frau in zahllose Therapien Ohne Erfolg Nach einer schier endlosen Ärzte Odyssee ist die Ursache meiner Krankheit inzwischen genau bekannt Mir liegen jede Menge Atteste vor 40 Krankheitssymptome wiesen die Mediziner nach Holzschutzmittel Amalgam und Lederfarben zählen unter anderem zu den Auslösern Alles begann 1989 Zuerst fühlte sie sich ständig schwach dann setzten ihr Kopfschmerzen Kreislauf und Verdauungsprobleme zu Als schließlich noch Herzrasen und Erstickungsanfälle auftraten suchte die 34jahrige ärztlichen Rat Aber kein Mediziner nahm mich ernst sagt sie Man

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  • Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Forschung - Projekte - Abgeschlossene Projekte - MCS - Pressestimmen
    hergestellt ist der Leidensweg aber keineswegs zu Ende Denn ein schadstofffreies Leben ist teuer erfordert den Umbau der Wohnung die Umstellung der Kost und nicht selten auch den Wechsel des Arbeitsplatzes Dazu sind die meisten MCS Kranken in ihrem angeschlagenen Zustand aber nicht in der Lage und Hilfe von offiziellen Stellen gibt es in Österreich derzeit keine Bei MCS besteht kein Zusammenhang zwischen Beschwerden und einem bestimmten Stoff Gesundheitsministerium Wer den Verdacht hat an MCS zu leiden kann sich an der Ambulanz für klinische Umweltmedizin am AKH untersuchen lassen TelNr 01 40400 4729 Gesundheit 6 1998 Die verleugnete Krankheit Gerichte und Behörden überfordert Dr Klaus Rhomberg Innsbrucker Umweltmediziner und Medizinbiologe der sich nach Kräften für die Anerkennung von MCS einsetzt Die Behörden und Krankenkassen sind damit heillos überfordert aber auch die Ärzteschaft Es gibt kaum jemanden mit ausreichender toxikologischer Ausbildung Außerdem zeigt das Anerkennen welche Folgen unser Umgang mit der Umwelt zeitigen kann und führt zu einem Umdenken gegen das sich viele wehren Es ist doch seltsam Während bekannt und anerkannt ist dass synthetisch hergestellte Medikamente von durchschnittlich jedem 2000sten Patienten überhaupt nicht vertragen werden und sogar sein Leben gefährden können die Pharmakonzerne forschen hier sehr viel um sich Schadenersatzklagen zu ersparen sollte das bei anderen künstlichen Substanzen reine Einbildung sein Profil Nr 27 27 6 1998 Das Phantom Syndrom Klaus Rhomberg Innsbrucker Facharzt für medizinische Biologie ist die Diagnose klar Multiple Chemikalien Sensibilität MCS eine Überreaktion des Organismus auf geringe Spuren von Umweltchemikalien Die Störung verwirrt nach noch ungeklärten Mechanismen das Nerven und Immunsystem Die Symptompalette reicht laut Rhomberg von Schlaflosigkeit Verdauungsproblemen und Depression bis zu Schock Atemstillstand und Lähmungserscheinungen Laut Rhomberg leiden darunter etwa 4 der Bevölkerung Selbsthilfeorganisationen in den USA sprechen von 15 Doch nur wenige Mediziner in Österreich und Deutschland sind bereit MCS als körperliche Erkrankung

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  • Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Forschung - Projekte - Abgeschlossene Projekte - Fertilität - Studie
    zum Thema Umweltchemikalien mit hormoneller Wirkung Tagungsberichte Bd 19 Der Grazer Androloge Hans Pusch referierte über Umwelteinflüsse auf die männliche Fertilität In seinem Beitrag wundert er sich dass trotz unübersehbar steigender Tendenz zur ungewollten Kinderlosigkeit in westeuropäischen Industrienationen wenig methodisch gute und aussagekräftige Arbeiten über den Zusammenhang Schadstoffe und Spermienqualität existieren Daher erstaunt es nicht wenig dass der Großteil der Untersuchungen und Studien keine schlüssigen Beweise für die Schädlichkeit einer Substanz liefert sondern allenfalls Hinweise negativer Einflüsse auf die Fertilität anführen kann Hans Pusch stellt auch fest dass die Wissenschaft interessanterweise ein Phänomen wie die Abnahme der Spermatozoendichte eher hinnimmt indem sie die Normwerte ändert anstatt die Ursachen zu erfassen Er belegt diese Aussage mit der Anführung der Normwerte in den letzten 50 Jahren Mc Leod u Gold 1951 120 Mill Sp ml Schirren 1961 60 Mill Sp ml Eliasson 1970 40 Mill Sp ml Belsey WHO 1989 20 Mill Sp ml In der Zusammenfassung des Tagungsbandes kommen die Tagungsteilnehmer zum einhelligen Schluss dass Xenobiotika die hormonelle Kontrolle der Fortpflanzung von Mensch und Tier beeinflussen können Die Diskussion in Wissenschaft und Forschung über hormonelle Wirkungen von lebensfremden Stoffen konzentrieren sich derzeit auf die östrogene Wirkung und deren Auswirkungen auf die Fertilität Es wurde auch angegeben dass etwa 150 Stoffe als endokrin wirksam erkannt worden sind Die wichtigsten Substanzgruppen sind Pestizide Alkylphenole Abbauprodukte industrieller Detergentien Phtalate Weichmacher in Kunststoffen und pflanzliche Sterole in den Abwässern der Zellstoff und Papierindustrie Neben diesen Industriechemikalien können in aquatischen Systemen auch die von Menschen ausgeschiedenen oralen Kontrazeptiva und Lipidsenker durch ihre hormonelle Wirkung Umweltrelevanz erreichen Umweltmedizin als Hoffnung Ende der 80 er Jahre hat sich die Umweltmedizin offiziell innerhalb der westlichen Medizin etabliert Seit dieser Zeit gibt es die ersten umweltmedizinischen Untersuchungs und Beratungsstellen als Pilotprojekte in Deutschland In Österreich hat die Ärztekammer 1988 einen umweltmedizinischen Lehrgang eingeführt der nach sechs Wochenenden Unterricht verteilt auf die Dauer von zwei Jahren mit einem Diplom abgeschlossen werden kann Diese Themen finden großes Interesse in der Ärzteschaft Etwa 1 000 haben diese Kurse in Österreich bisher abgeschlossen Vielfach wurde in Deutschland die Kritik geäußert dass die umweltmedizinischen Ambulanzen nur Alibicharakter hätten und hauptsächlich zur öffentlichen Beschwichtigung beunruhigter Menschen beitragen sollen Der Österreichische Weg scheint noch eleganter zu sein Umweltmedizinische Dienstleistungen sind bisher nicht in den Katalog der von den Krankenkassen zu bezahlenden Dienstleistungen aufgenommen worden Frau Prof Ingrid Gerhard langjährige Leiterin der endokrinologischen Ambulanz der Frauenklinik an der Universität in Heidelberg hat sich über diese Hürden hinweggesetzt Schon im Jahr 1987 hat sie begonnen mit Hilfe eines umweltmedizinischen Fragebogens und der routinemäßigen Bestimmung von Pflanzenschutzmitteln Holzschutzmitteln sowie die Schwermetalle Quecksilber Blei und Cadmium die Schadstoffbelastung bei Frauen mit hormonellen Störungen zu dokumentieren Nach jahrelangen Forschungen stellte sie fest dass Insektizide Pestizide und Fungizide sowie Schwermetalle die Fertilität der Frau auf sämtlichen Ebenen der Reproduktion beeinflussen können Bei der Beratung von ungewollt kinderlosen Paaren müsse daher auch immer geprüft werden ob eine chronische Umweltbelastung als Ursache für die Infertilität in Frage kommt Schwanger ohne In Vitro Fertilisation Die Umweltmedizin ist noch ein sehr junges Fachgebiet mit zunehmend mehr theoretischen Erkenntnissen über die Zusammenhänge von Umwelteinflüssen und menschlicher Gesundheit oder Krankheit Sie krankt selbst aber noch daran dass diese Erkenntnisse kaum in die Praxis umgesetzt werden Es ist das große Verdienst von Frau Prof Gerhard dass sie sich nicht mit dem theoretischen Wissen allein begnügt hat sondern auch schadstoffausleitende Maßnahmen entwickelt hat die therapeutisch wirksam waren Sie konnte die Erfalgsrate bei ihren unfruchbaren Patientinnen von 30 auf über 60 erhöhen Bei einer Evaluierung der Leistungsfähigkeit umweltmedizinischer Dienstleistungen gegenüber der In Vitro Fertilisiation bei unfruchbaren Paaren erklärte sie mir vor etwa 3 Jahren dass sich die Hälfte der Paare eine IVF ersparen könnten wenn sie entsprechend der umweltmedizinischen Erfahrungen beraten würden Schadstoffbelastung mindert darüber hinaus die Erfolgsrate bei der IVF Der österreichische Reproduktionsmediziner Feichtinger fand bei Frauen mit erfolglosen IVF Behandlungszyklen in der Follikelflüssigkeit mehr Biozide als bei den erfolgreich behandelten Feichtinger 1991 Baukloh 1991 Bei einer anschließenden Kontaktaufnahme mit Univ Prof Dr Dr Johannes Huber Frauenarzt am AKH in Wien bestätigte er mir wie wichtig die Umsetzung umweltmedizinischer Erkenntnisse zur Behandlung unfruchtbarer Paaren wäre Er war damals Leiter der Expertenrunde für die In Vitro Fertilisation im Obersten Sanitätsrat Dies in jener Zeit wo die teilweise Übernahme der Kosten für die IVF von den Krankenkassen beschlossen wurde Er meinte auch dass er jedes Ansuchen um die Finanzierung einer Studie über die Effizienz der Umweltmedizin bei Infertilitätsbehandlung in Österreich unterstützen würde Entsprechende Kontakte bei den damals für die Gebiete Gesundheit Frauen und Soziales zuständigen Ministerien zeigten ein einheitliches Muster Das Thema sei zwar sehr interessant aber das Sparpaket erlaube keine unvorhergesehenen Budgetposten Müssen ungewollt kinderlos gebliebene Paare in Österreich also auch künftig vergeblich auf die Umweltmedizin warten Für diese Dokumentation führte ich erneut ein aufschlussreiches Telefonat mit Frau Prof Ingrid Gerhard Dabei teilte sie mir mit dass sie selbst bei der umweltmedizinischen Beratung unfruchtbarer Paare nur noch in begründeten Einzelfällen eine kostspielige Schadstoffanalyse direkt am Patienten durchführen lasse Es sei viel zweckmäßiger den individuellen Handlungsspielraum zur Vermeidung einer unnötigen Schadstoffaufnahme in den Bereichen Ernährung Innenraumeinrichtung Kleidung Kosmetika Putzmittel Hobbys und Freizeitaktivitäten auszuloten Auch der Konsum von Alkohol Zigaretten oder Kaffee ist mit einer eingeschränkten Fertilität in Beziehung gebracht worden und sollte daher eingeschränkt werden Die Begegnung mit der Natur das Pflegen guter zwischenmenschlicher Beziehungen das Überdenken und eventuell Verändern der beruflichen Situation und der Partnerschaft seien ebenfalls ganz wichtige Voraussetzungen um die Fruchtbarkeit wieder zu gewinnen Stress ist schon lange als wichtiger Störfaktor der Fruchtbarkeit bekannt Dieser ganzheitliche Ansatz der Umweltmedizin bedeutet natürlich nicht dass damit alle Fälle von Kinderlosigkeit untersucht und behandelt werden können In vielen Fällen können die Gynäkologen und Andrologen Ursachen feststellen die mit der Schadstoffbelastung des Körpers nichts oder nur sehr wenig zu tun haben Abgelaufene Entzündungen mit Verschluss der Eileiter oder die Hodenentzündung bei Mumps angeborene Fehlbildungen oder genetische Defekte Stoffwechselstörungen Verletzungen und viele andere gesundheitliche Störungen wie etwa starkes Unter oder Übergewicht können als Ursache einer Unfruchtbarkeit erkannt und zum Teil behandelt werden Es wäre also

    Original URL path: http://www.gwf.at/p-a0201.html (2016-02-18)
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  • Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Forschung - Projekte - Abgeschlossene Projekte - Fertilität - Pressestimmen
    Agrarsystems kaum möglich großflächig Bioprodukte anzubieten Salzburger Nachrichten 22 2 2002 Kinderlose Paare sollten Bio Lebensmittel kaufen WIEN SN APA In den Industriestaaten bleiben immer mehr Paare unfreiwillig kinderlos Ein Teil ist wohl auf den Wunsch vieler Frauen zurückzuführen erst spät Kinder zu bekommen Für den Innsbrucker Umweltmediziner Klaus Rhomberg spielt aber auch die Schadstoffbelastung eine Rolle Er erklärte dazu am Donnerstag in Wien In den fünfziger Jahren betrug der Anteil der kinderlosen Paare noch fünf bis acht Prozent Wir wissen dass sich ihre mögliche Anzahl auf 15 bis 20 Prozent gesteigert hat Als gesichert gelte dass vor allem der in der modernen Welt ständig vorhandene Cocktail an Pestiziden Insektiziden PCB Hexchlorbenzol Holzschutzmitteln und Schwermetallen wie Blei Cadmium Quecksilber etc an der verringerten Fertilität ursächlich beteiligt seien so Rhomberg Hinzu käme dass manche der Substanzen Hormon ähnliche Wirkungen hätten und auch noch in geringsten Mengen die Fruchtbarkeit von Mann und Frau verringerten Beispielsweise habe sich seit den fünfziger Jahren die Zahl der Spermien im Ejakulat des Mannes deutlich reduziert Wer also kinderlos sei sollte laut Rhomberg beim Biobauern kaufen Und Ich fordere eine Förderung des ökologischen Landbaus Die Presse 22 2 2002 Unfruchtbar durch Umweltgifte Chemikalien Pestizide und hormonell wirksame Substanzen machen unfruchtbar warnt ein Umweltmediziner In Österreich sind 17 Prozent aller Paare betroffen die Kinder wollen WIEN milo Für die Industrieländer gilt daß 15 bis 20 Prozent aller Paare ungewollt kinderlos sind weil die Fruchtbarkeit durch Umwelteinflüsse beeinträchtigt ist warnt Klaus Rhomberg Facharzt für Medizinische Biologie Er praktiziert in Innsbruck und wertet seit Jahrzehnten Zusammenhänge zwischen Unfruchtbarkeit und Umweltverschmutzung aus In Österreich ist jedes sechste Paar unfruchtbar 17 Prozent Rhomberg Die Zahl der Spermien ist in den vergangenen 50 Jahren deutlich gesunken Die Weltgesundheitsorganisation hat so darauf reagiert daß der Normwert sukzessive gesenkt worden ist von 120 Millionen Spermien 1951 auf 20 Millionen im Jahr 1989 Zudem habe die Beweglichkeit der Spermien abgenommen Chemie im Essen Schadstoffe wie etwa Schwermetalle werden auch im gesamten Genitalbereich von Frauen nachgewiesen Rhomberg Mitglied der Internationalen Vereinigung der Umweltmediziner ISTE in der 10 000 Ärzte vertreten sind In Industrieländern sinkt die Fertilität stetig Zurückzuführen sei dies auf den Chemieeinsatz in der Landwirtschaft und in Lebensmitteln Dabei gebe es immer wieder Substanzen die auch die Hormone beeinflussen Klaus Kastenberger Sprecher der Umweltorganisation Global 2000 und selbst Arzt Es stimmt nicht mehr daß die Dosis das Gift macht Es gibt das Zusammenwirken mehrerer Substanzen die Wirkungen vieler Chemikalien sind noch unerforscht Beide Rhomberg und Kastenberger verlangen eine Besteuerung von Chemieeinsatz und mehr Förderungen für biologischen Landbau Wiener Zeitung 22 02 2002 Schadstoff Cocktail spielt laut Experten massive Rolle Fruchtbarkeit nimmt ab Zahl kinderloser Paare zu In den Industriestaaten bleiben immer mehr Paare unfreiwillig kinderlos Ein Teil ist wohl auf den Wunsch vieler Frauen zurückzuführen erst spät Kinder zu bekommen Für den bekannten Innsbrucker Umweltmediziner Klaus Rhomberg spielt aber auch die Schadstoffbelastung eine wichtige Rolle In den fünfziger Jahren betrug der Anteil der kinderlosen Paare noch fünf bis acht Prozent Wir wissen dass sich ihre mögliche

    Original URL path: http://www.gwf.at/p-a0202.html (2016-02-18)
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  • Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Forschung - Projekte - Abgeschlossene Projekte - Jugendwohlfahrtsgesetze - Zusammenfassung
    diesen völlig unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern ergibt wurde in der Reaktion auf den ersten Staatenbericht Österreichs zur Umsetzung der UN Kinderrechtskonvention von den Vereinten Nationen in seiner Stellungnahme scharf kritisiert und wurde Österreich ausdrücklich von den Vereinten Nationen aufgefordert sicherzustellen dass Kinder vor jedweder Ungleichbehandlung im Bereich der ausschließlichen Zuständigkeit der Länder vollkommen zu schützen sind Es mag in Zeiten in denen die Familien noch ortsgebunden und nicht mobil waren und Scheidungen bei weitem nicht in einer Zahl auftraten die bundesländer übergreifende Fallkonstellationen zur Regel werden ließen schon aus gründen regionaler Gegebenheiten gerechtfertigt gewesen sein Kinder in verschiedenen Bundesländern so unterschiedlich zu behandeln und ihnen in den Bundesländern so unterschiedliche Wertigkeiten zukommen zu lassen wie im vorigen Kapitel deutlich zum Ausdruck kommt Durch die Mobilität der Gesellschaft die Scheidungen und Patchwork Familien über die Landesgrenzen hinweg kommt es mittlerweile vor dass ein Kind während seiner Lebensphase der Unmündigkeit also binnen 18 Jahren in mehreren Bundesländern verschiedensten Regelungen ausgesetzt ist Bei einer Befragung haben sich sämtliche Praktiker in der Jugendwohlfahrt für eine Vereinheitlichung der jugendwohlfahrtsgesetzlichen Bestimmungen in allen Bundesländern ausgesprochen während hingegen einige Vertreter der Politik vor allem in Tirol dem Gedanken der Vereinheitlichung aus Föderalismusgründen wenig abgewinnen konnten Die mit der KRK übereinstimmenden Regelungen werden in der Studie durch Fettdruck hervorgehoben so dass diese für den Leser auf den ersten Blick erkennbar sind Im Anschluss daran wurde ein möglicher Vorschlag zur Vereinheitlichung der einzelnen Jugendwohlfahrtsbestimmungen der Länder erarbeitet Aus Kosten und Effizienzgründen wäre eine Vereinheitlichung insofern zu begrüßen da nur ein Gesetzgebungsorgan und nicht insgesamt 10 Gesetzgebungsorgane laufend damit befasst wären und eine Änderung der bundesgesetzlichen Materien anderer gesetzlicher Regelungen die die Jugendwohlfahrt betreffen wie das ABGB und das StGB nicht erst langsam und schwerfällig in einer Anpassung der Kinder und Jugendwohlfahrtsgesetze in 9 Bundesländern und gegebenenfalls auch des Jugendwohlfahrtsgesetzes des Bundes mit möglichen mehrjährigen Verzögerungen führen würde Gleichzeitig könnten diejenigen Bestimmungen in ein einheitliches Jugendwohlfahrtsgesetz aufgenommen werden die sich in der Umsetzung als kostengünstig erwiesen haben und könnten neue unter Umständen auch unkonventionelle Methoden in der Kinder und Jugendhilfepraxis anderer europäischer Länder aufgenommen werden die zu einer Kostensenkung auf diesem Gebiet geführt haben Gegen eine Vereinheitlichung der Jugendwohlfahrtsgesetze sprechen sich in erster Linie politische Vertreter der Länder aus Der Grund dafür liegt im Gedanken des Föderalismus dessen Zweck darin liegt den Ländern einen größtmöglichen Handlungsspielraum in der Gesetzgebung einzuräumen und dementsprechend finden sich vor allem unter Landespolitikern seine Anhänger Die Idee des Zentralismus hingegen versucht möglichst viel an Kompetenz zur Gesetzgebung zentral in den Gesetzgebungsorganen des Bundes zu bündeln Darüber hinaus kann bei landesgesetzlicher Regelung dieser Materie auf regionale Gegebenheiten und Bevölkerungssturkuren eingegangen werden Gerade die Bevölkerungsstrukturen zB zwischen Wien und in Tirol können aufgrund des unterschiedlichen Ausländeranteils unterschiedlicher Berufsgruppen der Bevölkerung unterschiedlicher sozialer Probleme aufgrund der Stadt Landbevölkerung zB Wohnungsprobleme in der Stadt div Unterversorgungsprobleme in ländlichen Gebieten große Unterschiede zwischen Stadt und Land beim vermeintlichen Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen Nachbarschafts und Angehörigenhilfe in ländlichen Gebieten usw durch die Landesgesetzgebung wesentlich besser berücksichtigt werden als durch eine

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  • Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Forschung - Projekte - Abgeschlossene Projekte - Auslandsadoption - Zusammenfassung
    Begeht der Täter die Tathandlung des 194 Abs 1 StGB um sich oder einen Dritten einen Vermögensvorteil zu verschaffen erfüllt er die Qualifikation des Abs 2 leg cit Die Strafdrohung beträgt bei der Tatbegehung nach Abs 1 leg cit eine Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren und bei Tatbegehung nach Abs 2 leg cit eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren Einen Strafaufhebungsgrund für beteiligte Wahleltern und Wahlkinder iSd 12 StGB als Bestimmungs u Beitragstäter stellt Abs 3 leg cit dar Nach den vorliegenden und im Anhang beigefügten Dokumenten scheint allerdings fraglich ob diese Tatbestände ausreichen um dem Adoptionskinderhandel Einhalt zu gebieten Unbekannt ist wie viele Kinder an Vermittlungsstellen und den bestehenden Gesetzen vorbei nach Europa gebracht werden um Paaren ihren Kinderwunsch zu erfüllen Die Problematik des krassen Missverhältnisses zwischen Adoptionswerbern und vorhandenen Adoptivkindern sorgt für krasses Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am Kindermarkt 8 so dass dem Erfindergeist im Entdecken neuer Marktlücken an der Ware Kind mit den derzeitigen rechtlichen Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt werden können 9 Kinder werden zum Teil privat zum Teil über unseriöse vor allem amerikanische Agenturen Kinder in verschiedenen Staaten besorgt Für eine entsprechende Summe bekommen die Adoptionswerber dort mit in den USA legalen Mitteln ein Kind ihrer Wahl hellhäutig gesund möglichst jung 10 Die Beschaffungspraktiken reichen von Betrug und Urkundenfälschung bis zur Kindesentführung und Kinderhandel 11 Der Trick liegt darin von den sozial schwachen Müttern gegen Entgelt erklären zu lassen der Adoptivvater sei der leibliche Vater des Kindes oder ihnen nach Aufbau eines Vertrauensverhältnisses eine Erklärung in einer fremden Sprache zur Unterschrift vorzulegen bei der es sich in Wahrheit um eine Adoptionsfreigabe handelt Somit sind den Strafverfolgungsbehörden sämtliche Möglichkeiten der Verfolgbarkeit des Weges des Kindes genommen und dem Kinderhandel auch zum Zwecke der Kinderpornographie und der Kinderprostitution 12 sind die Tore im Namen des Kindeswohls auch bei legaler Adoption geöffnet und den Jugendwohlfahrtsbehörden jegliche Kontrollmöglichkeit genommen Im europäischen Zentralraum haben derartige Delikte stark zugenommen und werden diese Delikte nunmehr vermehrt über Österreich abgewickelt da Deutschland und die Schweiz bereits mit einer Anpassung der strafrechtlichen Normen reagiert haben Der Kaufpreis für ein Kind liegt im fünfstelligen Gebühren Bereich 13 Einer der größten involvierten Organisationen die Missionaries of Charity hat ihren Sitz in Wien Die Nachfrage nach jungen gesunden und möglichst hellhäutigen Kindern ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und die Zahl der innerstaatlichen Adoptivkinder in Europa ständig gesunken Die Einstellung dass Elternglück käuflich sei führt vom Druck auf die Jugendwohlfahrtsträger der Politik und auch zu illegalen Vermittlungspraktiken und Kinderhandel Wie die geschichtlichen Ausführungen zum Adoptionskinderhandel zeigt hat sich daran seit der Antike wenig geändert und gibt es selbst bei der Adoptionsvermittlung ein regelrechtes Weihnachtsgeschäft 14 Darin können weder internationale Abkommen noch verstärkte Strafverfolgung etwas ändern Der Handel mit den Kindern aus der Dritten Welt sagt mehr über die sozialpsychologische Verfassung unserer Gesellschaft aus als uns lieb sein kann 15 Trotz einhelliger politischer Ablehnung floriert das Geschäft weiter Das Problem bei Auslandsadoptionen besteht nicht nur im direkten Kinderhandel zum Zweck der Adoption sondern auch in

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  • GWF - Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Forschung
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  • Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Forschung - Projekte - Standpunkte - Bildung oder Ausbildung?
    von Herkunft Einkommen der Eltern oder Stipendien Das kann schon mit dem derzeitigen Schulsystem und Universitätssystem geleistet werden wenn ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden em Univ Prof DI Dr Manfred E Schmutzer TU Wien Institut für Technik und Gesellschaft Die Einhebung von Steuergeldern für Bildung bedingt dass diese breit eingehobenen Steuermittel auch einer breiten Bevölkerungsschicht zugutekommen sollen Es sollten Volkshochschulen eingerichtet und wieder errichtet werden die einen breiten Zugang

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