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  • MEGAPHON /
    MEGAPHON bei den Ärzten und Rechtsanwälten bei der Polizei bei der Polizei ich ungläubig voller Vorurteile Ja bei der Polizei und bei sämtlichen Österreichern Sie alle erlebt er als very nice and caring Dieser Ort ist jetzt meine Heimat sagt Emmanuel nicht zu vergleichen mit dem Land meiner Herkunft In Nigeria ist Leben steter Kampf ums Überleben In Nigeria erzählt Emmanuel kommt die Polizei selten wenn man sie braucht und wenn sie da ist rückt sie bald unverrichteter Dinge wieder ab In Nigeria sieht man auch keinen Rettungswagen und falls man doch einen zu Gesicht bekommt dann liegt darin ein Toter Immer Dass es in Österreich sogar Rettungswagen für Tiere gibt findet Emmanuel erstaunlich Haustiere und wie sie behandelt werden Schatzi lacht Emmanuel sagen hier die Menschen zu ihren Hunden und Katzen Es muss das Paradies sein Früher musste ich auf der Straße leben jetzt bin ich gern und freiwillig auf der Straße unterwegs Es zieht mich hinaus In Nigeria war ich allein hier kümmern sich die Menschen um mich Ich bin ihnen dankbar Ich fühle mich hier geborgen Ich habe Hoffnung in meiner Hand und gebe sie nicht auf Eine Familie habe ich weder da noch dort doch viele Freunde hier Wir verabreden uns im Vorbeigehen Wir treffen uns mal da mal dort und überall Meine Freunde sind meine Familie Österreich ist ein wunderbarer Ort sicher und friedvoll und ich wünsche mir und allen die hier leben dass das so bleibt Ich spreche gerne mit Euch ich erkläre auch wenn Ihr das wissen wollt warum ich in einem Rollstuhl sitze Man kann mich anreden Ich verkaufe diese Zeitschrift in der Annenstraße Wenn ich nicht da bin sitze ich im Deutschkurs Ich habe das Bedürfnis etwas zurückzugeben Ich möchte wirklich Danke sagen Das geht leichter wenn ich erst mal Eure

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/verkaeufer/165/?p=y (2015-08-12)
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  • MEGAPHON /
    mit vielen anderen Menschen zusammen echte Nachtruhe und Privatsphäre gibt es dort nicht Er steht bei jedem Wetter viele Stunden lang auf der Straße und verkauft Hefte von denen er jeden Tag meist nicht mehr als zehn loswird Wie die Menschen ihn behandeln will ich wissen Gut zumindest die meisten Manche laden ihn auf einen Kaffee ein sind freundlich zu ihm bisweilen rührt ihn das die Güte mancher Menschen Das Geld das er verdient bringt er in regelmäßigen Abständen seiner Familie in der Slowakei Für ihn selbst bleibt nicht viel aber Hunger gibt es nicht ebenso wie es Jammern nicht gibt Es kommt für ihn nicht in Frage sich zu beklagen Er erzählt mir seine Geschichte weil ich ihn nach den Details frage Von selbst würde er sie niemals jemandem aufdrängen Ich gebe es zu Ich habe erwartet eine Leidensgeschichte erzählt zu bekommen Damit so habe ich geglaubt kann ich umgehen So ein Porträt schreibt sich leicht Aber Robert weigert sich zu leiden Es bringt doch nichts sich zu beklagen sagt Robert Wenn ich wütend werde habe ich nichts gewonnen wenn ich durchdrehe auch nicht Wie bleibst du so diszipliniert will ich wissen Die Übersetzung meiner Frage dauert etwas die Antwort ist relativ kurz aber von gro ßem Gewicht Von nichts kommt nichts Ich lächle und sage Shakespeare King Lear Sofort wird mir klar wie dumm und überheblich diese Bemerkung war ich schäme mich und laufe rot an Aber Robert spricht einfach weiter Es muss eine Hoffnung da sein mit der man jeden Morgen aufwacht Wenn man die nicht hat Na ja ein Achselzucken Und welche Hoffnung ist das frage ich Ganz einfach Hier zu bleiben und eine Familie zu gründen Und einen eigenen Betrieb zu haben Es gibt sie überall in jeder Stadt der Welt Menschen die sich nicht

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  • MEGAPHON /
    was er kurz darauf sagt spricht Bände Man steigt in ein Flugzeug um an einem sicheren Ort zu landen Egal wo Hauptsache sicher Vor allem glaubt er an Veränderung an den Blick nach vorne Harte Zeiten dauern nicht ewig an ist er überzeugt Ob es hier in Österreich besser ist Auf der ganzen Welt ist es doch gleich Es gibt Höhen und Tiefen manchmal ist das Leben süß manchmal nicht Da kommt der Cappuccino Emmanuel dreht die Zuckerrolle in den Händen und gri nst Sweet up your life steht da Der Zucker in seinem Leben als Straßenverkäufer sind die vielen Freunde die er gewonnen hat seit er hier ist Die MEGAPHON Community ist für ihn wie eine große Familie Dennoch vermisst er seine Verwandten die in Nigeria zurückgeblieben sind There s no place like home sagt er wehmütig Aber die positiven Begegnungen mit seinen Kunden motivieren ihn von Montag bis Samstag vor dem Tchibo zu stehen Dreimal pro Woche geht er in das God s Deliverance Centre in der Kapellenstraße 8 Die Kirche ist ein guter Ort Egal ob du physische oder spirituelle Probleme hast Hier wird dir geholfen Dann erzählt Emmanuel doch etwas von Nigeria Dass es dort beispielsweise rund 230 Sprachen gibt Und hier sieht er auch ein Problem Sprachbarrieren sind eine Krankheit weiß er aus eigener Erfahrung Missverständnisse säen Gewalt Deshalb lernt Emmanuel seit er in Österreich ist Deutsch Vier Zertifikate habe er inzwischen das Interview möchte er aber doch lieber auf Englisch führen Aber Weiterlernen um dort anzuknüpfen wo er in seiner Heimat aufgehört hat ist sein großer Traum Zu Hause habe ich Medizin studiert sagt er mit traurigem Blick Es wäre mein größter Wunsch wieder etwas in diesem Bereich zu machen Und sei es nur als Krankenschwester Er würde auch wieder ganz von vorne beginnen

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  • MEGAPHON /
    nicht An James Abdul prallt mein Narzissmus wirkungslos ab Er zwingt mich zum Zuhören Gut so James erzählt dass er seit Februar in Österreich lebt und über Umwege nach Graz gelangt ist Hier verkauft er in der Murgasse das MEGAPHON Das Schlimmste seien die Regentage sagt er Wenn du drin bist weil du nicht verkaufen kannst und auch sonst nichts machst Nur warten Ich frage ihn ob nicht eigentlich die Menschen das Schlimmste sind Und James schaut mich an als hätte ich eine unheimlich dumme Frage gestellt womit er ja auch recht hat Während ich eine Wut auf das Verdrängen und Wegschauen in mir trage und nach Anlässen Ausschau halte um sie zu potenzieren meine Wut sucht James Abdul genau Gegenteiliges Und spricht über die Angst Früher sagt er war ich ständig in Alarmbereitschaft Das ist in Österreich anders Das ist das Beste daran Und da begreife ich den wesentlichen Unterschied zwischen uns Ich versuche einen Konflikt stellvertretend auszutragen James trägt den offenen Konflikt mit sich Als ältestes von drei Kindern im Sudan geboren in Simbabwe aufgewachsen inmitten eines religiösen Spannungsfeldes Nun da er in Österreich ist hat er den Kontakt zu seiner Familie verloren weiß nicht ob seine Schwestern

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  • MEGAPHON /
    jeden Tag da vor einem der Kaufhäuser in der Nähe des Augartens für das ich betont er mit schiefem Lächeln bitte keine Werbung machen soll Bei jedem Wetter Die Zeitschriften unterm Arm Der Blick wachsam Dass die Menschen nett sind die auf ihn zukommen Hin und wieder werde er schon auch unfreundlich angequatscht gibt er dann zu und grinst aber seine fixen Käufer die seien alle angenehm ob jung oder alt Ich bemühe mich seinen englischen Akzent zu verstehen höre dem Klang der dunklen Formanten nach Seine Muttersprache ist Ishan in der Schule aber werden die Kinder ausschließlich auf Englisch unterrichtet Seine Familie besteht aus Vater Mutter einem jüngeren und einem älteren Bruder Eine Schwester habe er auch gehabt Die ist schon gestorben sagt Hope Sei das nämlich nicht so einfach mit dem Gesundheits system in Nigeria Erklärt er mir Kurzes Schweigen Ich blicke zu Boden Was er sich für seine Zukunft denn vorstelle In Österreich bleiben MEGAPHON verkaufen Deutsch lernen und am liebsten Fußball spielen Was Hope denn an Österreich gefällt frage ich ihn Da können so wenige Leute auf so weitem Raum leben antwortet er und strahlt so was gebe es in Nigeria nicht Das einzig Schlimme sei für ihn das mit dem Essen gewesen Am Anfang Da sei ihm wochenlang schlecht gewesen Richtig krank sei er geworden von der österreichischen Küche die sein Magen einfach nicht gewohnt war Nur Kartoffeln und Reis habe er immer vertragen Die Kartoffel schmecke nämlich so ähnlich wie die Yamswurzel aus der seine Lieblingsspeise hergestellt werde Fufu Überhaupt Fufu könne man süß essen oder salzig es sei großartig Und natürlich mit Bananen Wir lächeln einander an Ob er denn noch was ganz Wichtiges zu sagen hat frage ich die dunkelhäutige Hoffnung mit den breiten Lippen und den Kastanienaugen mir gegenüber bevor wir

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  • MEGAPHON /
    einen strategisch guten Platz gewählt Hier greifen die Menschen zu den Münzen die sie in die Wagen stecken Eine Frau geht auf ihn zu Sie drückt ihm das abgezählte Geld in die Hand Samuel reicht ihr ein MEGAPHON Jetzt wechselt sie mit ihm vertraute Worte Keiner kann das Gespräch hören es gehört den beiden Ich gehe der Frau nach und frage sie warum sie ein MEGAPHON gekauft hat Weil er nicht lästig ist antwortet sie mir Ich bin überrascht ich dachte immer wer lästig ist verkauft mehr Dem ist nicht so Ich schaue sie fragend an sie spricht weiter Samuel ist immer freundlich egal ob man ein MEGAPHON kauft oder nicht Und hier sind wir wieder bei seiner Predigt Samuel nimmt den Menschen ihre Traurigkeit Er bezieht sie in sein Gebet ein Sie spüren da ist einer der nicht nur nimmt da ist einer der auch geben kann und geben will Ein Wimpernschlag später Vater und Sohn kommen bei Samuel vorbei Der Junge im Kindergartenalter freut sich Samuel zu sehen Samuel geht in die Hocke sie schütteln einander die Hände und Samuel scherzt mit dem Kleinen als ob er der Hollywood Star Ed Murphy wäre der gerade einen Straßenverkäufer spielt Der Junge strahlt der Vater schaut zufrieden Diese Situationen darf man nicht unterschätzen Für Kinder ist der Kontakt mit MEGAPHON Verkäufern oft die erste Möglichkeit mit einem Afrikaner zu tun zu haben So etwas prägt Und so läuft es weiter Samuel lacht alle an lädt jeden auf einen Talk ein Nicht alle nehmen an Macht auch nichts Das Leben ist so Ein Mann mit kantigem Gesicht rotem Poloshirt Jeans und Turnschuhen nimmt sich einen Einkaufswagen und fragt Samuel ob er etwas brauche Chicken antwortet Samuel Der Mann fragt nach ob er ein ganzes oder ein tranchiertes haben will Samuel deutet

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  • MEGAPHON /
    ein Triumph keine Frage es hätte ja auch anders kommen können Ich glaube dass ich durch harte Arbeit den Glauben an mich selbst und den Glauben an Gott an mein Ziel komme Der Glaube ist für Charles wichtig er stärkt ihn auch wenn er bei erbarmungsloser Hitze oder bei starkem Schneefall in der Schmiedgasse steht und MEGAPHON verkauft Am Ende vom Tunnel ist ein Licht und diesem Licht bin ich jetzt ein Stück näher gekommen Durch das Visum kann er nun durchatmen sich auf seine Zukunft konzentrieren Besser Deutsch lernen zum Beispiel Er spricht nicht schlecht Deutsch aber ich will es fließend sprechen weil ich hier in Österreich bleiben will Überhaupt fällt Charles Ikenna Egboh viel Gutes zu Österreich ein Österreich ist ein friedliches Land und durch den Verkauf von MEGAPHON habe ich zu vielen Menschen hier einen sehr aufbauenden Kontakt bekommen Tolle Menschen mit einer tollen Sprache Tatsächlich hat Charles hier Freunde gefunden Ernst zum Beispiel oder Alfred der in der Nähe seines Standplatzes wohnt Alfred hat mir so viel geholfen dass ich gar nicht weiß wo ich zum Erzählen anfangen soll Seine Freunde bestärken ihn im Glauben Das Wissen nicht allein zu sein ist gerade in Phasen wichtig wo das Leben nicht so verläuft wie man will Charles schaut nun auf die Uhr Zeit ist für ihn Geld Er will heute noch einige MEGAPHON Aufgaben verkaufen Eine letzte Frage hätte ich Was ihn denn nach dem Tunnel und der Dunkelheit im Licht erwarte will ich noch von ihm wissen Die passende Frau kennenlernen eine Familie gründen und weiterhin auf einem guten Standplatz stehen Charles hat also trotz Visum Bodenhaftung behalten und das ist gut so Seine Wünsche werden sicher in Erfüllung gehen denn dorthin bringen ihn sein Glaube seine Freunde ein bisschen Glück und wir Martin G Wanko

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  • MEGAPHON /
    Porto Novo Ich habe ein Lehramts Studium begonnen aber nicht abgeschlossen Schließlich musste ich mir auch mein tägliches Brot verdienen Nach einigen Jahren in denen ich mich mit kleineren Gelegenheitsjobs durchgeschlagen habe beschloss ich dann meine Geburtsstadt zu verlassen um Zuflucht in den Ländern Europas zu finden Seit zehn Monaten befinde ich mich jetzt in Österreich Sie sprechen französisch warum haben Sie sich für ein deutschsprachiges Land entschieden und sind nicht beispielsweise nach Frankreich oder Belgien gegangen Man wählt sein Schicksal nicht selbst Ich dachte nie im Leben daran dass ich jemals in Europa leben würde Als ich von zu Hause weg bin waren die frankophonen Länder meine einzigen Orientierungspunkte Mir scheint aber dass nicht die Sprache das Wichtigste ist sondern die Umgebung das Umfeld in dem es sich gut leben lässt Leben heißt lernen Man lernt jeden Tag etwas dazu Und Tag für Tag lerne ich auch Probleme die sich durch die Sprache ergeben zu meistern Mein Wörterbuch ist mein ständiger Begleiter auf allen Wegen Wie schaffen Sie es Ihren Lebensunterhalt zu verdienen Seit 2009 bin ich MEGAPHON Verkäufer Sie scheinen eher schüchtern zu sein dazu kommt dass Sie auch noch kaum Deutsch sprechen wie treten Sie an potenzielle Kunden heran Ich versuche meine Schüchternheit zu überwinden Für mich ist das auch eine Frage des Überlebens Schließlich lebe ich ausschließlich von dieser Arbeit Nun wenn ich in meiner Schüchternheit verharren würde würde ich mich selbst bestrafen Die Sprache ist nicht das Problem Ich beherrsche einige Wörter einige Phrasen die mir ermöglichen mich durchzuschlagen Ich habe einen Sprachkurs in der Pension in Turnau absolviert wo ich für zwei Monate untergebracht war In den kommenden Tagen beginnen wir mit einem Deutschkurs im Hotel Bahnhof in Bruck an der Mur wo ich derzeit lebe Sind Sie in Kontakt mit Ihrer Familie Ich

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