archive-at.com » AT » A » AUSCHLOESSLGRAZ.AT

Total: 812

Choose link from "Titles, links and description words view":

Or switch to "Titles and links view".
  • MEGAPHON | Der Fluch, eine Wassergöttin zu sein |
    werden Wo liegt die Grenze Reiterer Viel zu oft kommt es vor dass Kriminelle unsere Überlieferungen für ihre Zwecke missbrauchen Wenn eine Kultur verlangt Menschen zu verstören abhängig zu halten sie in Angst zu versetzen dann muss sie verboten werden Die Täter berufen sich auf Kultur und schon wagt es niemand mehr Kritik zu üben Nicht einmal internationale Organisationen wie z B das UNHCR setzt diesen Schritt und auch keine Regierung Das ist aber kein Problem das die Betroffenen allein regeln können leider Gibt es diese Kulte auch in anderen Ländern Reiterer Diese Art Überlieferungen vorzuschieben um missbräuchlich Macht auszuüben wird in vielen Ländern der Welt angewandt Nicht nur in Nigeria es ist ein globales Phänomen das mit der Migration noch wächst und es liefert potentielle Opfer für viele andere Verbrechen Dabei kann man diese Form der Gewalt bekämpfen ohne die Glaubensvorstellungen der Bevölkerungen zu verletzen Wenn wir dieses Problem aus der Menschenrechts Perspektive betrachten werden wir auch diese Grenze definieren können Genau wie bei der Genitalverstümmelung von Frauen Wie viele Frauen sind durch obskure Sekten und Kulte bedroht misshandelt und in die Flucht getrieben worden Gibt es Schätzungen Reiterer Seit 1960 sind in Afrika mindestens 100 000 Frauen und Kinder wegen Hexerei ermordet worden Für ihr Buch Hexenkind haben Sie wieder in Afrika recherchiert Reiterer Ja mit Hexenkind nehme ich meine Leser innen gewissermaßen mit auf eine Reise in meine Vergangenheit im ländlichen Nigeria und in einige Hexendörfer Westafrikas In dieser Region gibt es zudem eine erschreckend hohe Zahl an Straßenkindern die von ihren Familien für die ungeheuerlichsten persönlichen oder finanziellen Entwicklungen verantwortlich gemacht und aus dem Haus gejagt werden Ausbleibende Schwangerschaften geringe Ernteerträge oder der Tod eines nahen Verwandten gelten als Beispiele für das offensichtliche Wirken von Hexen Nachdem Sie von Ihrem Vater verstoßen worden sind weil er

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/archiv/megaphon_2012/november_2012/338/ (2015-08-12)
    Open archived version from archive


  • MEGAPHON | Zeit zum Gehen |
    afrikanischen Kulturverein Baodo in der Lazarettgasse ist derselben Ansicht Hier geht alles so schnell Oft bleibt nicht einmal Zeit für ein Totenmahl Abschied im Eiltempo Das passt gar nicht zur Vorstellungswelt der Afrikaner innen Und Joseph Dim listet noch einige Dinge auf die die Autorin an die Kindheit am Land in den 60er Jahren erinnern Der Abschied am offenen Sarg das gemeinsame Trauern das schon Tage vor dem Begräbnis beginnt Das Kondolieren und Lamentieren Aufmerksamkeit für die Hinterbliebenen Gesten und Riten Schwarze Kleider und Armbinden Der Zug der sich durch den Ort bis auf den Friedhof schlängelte und an dessen Länge sich Beliebtheit und Reputation der bzw des Verstorbenen erkennen ließ Wer konnte kam zur Verabschiedung und zum Totenmahl war selbstverständlich der halbe Ort geladen Ein Fest wenn Gott uns heimführt wie Martin Gutl schrieb Wenn in Graz ein Mitglied der afrikanischen Community stirbt beschäftigt die Trauer nicht nur die Familie Nach dem engsten Kreis und den Freund innen erfahren die Angehörigen der eigenen Nationalität vom Tod dann werden Schritt für Schritt die übrigen Ländervereine benachrichtigt und in die Feierlichkeiten eingebunden Von 10 Afrikaner innen die in Graz sterben werden im Durchschnitt sechs in Graz begraben Die meisten von ihnen am Zentralfriedhof Die verbleibenden 40 Prozent werden mit erheblich höherem Aufwand in ihre Heimatländer überführt In jedem Fall nimmt ein aufwändiges Prozedere seinen Lauf Die Organisation eines geeigneten Raums die Einladungen an Zelebrant innen und Trauergäste die Anreise das kann dauern In Österreich Tage in Nigeria Wochen und Monate meint Josef Dim Eine afrikanische Trauerfeier ist tatsächlich ein Fest beschreibt Veronika Dreier Künstlerin und Kulturvermittlerin im NIL den markanten Unterschied zu österreichischen Begräbnissen Da hat Traurigkeit Platz und Fröhlichkeit aber vor allem ist es ein Fest Gut sichtbar wenn sich Frauen Männer und Kinder in festlicher Garderobe oder der Tracht

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/archiv/megaphon_2012/november_2012/339/ (2015-08-12)
    Open archived version from archive

  • MEGAPHON / November 2012
    und weiteren 14 EU Ländern hat Österreich die UN Konvention zum Schutz der Rechte behinderter Menschen ratifiziert Damit sie dieses Recht in Anspruch nehmen können wird direkte Demokratie trainiert weiterlesen Der Fluch eine Wassergöttin zu sein Von Annelies Pichler Die Autorin und Menschenrechtsaktivistin Joana Adesuwa Reiterer wurde von ihrem Vater verstoßen weil er sie für eine Ogbanje hielt eine Wassergöttin weiterlesen Zeit zum Gehen Von Nina Popp Seelen wandern heißt

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/archiv/megaphon_2012/november_2012/?p=y (2015-08-12)
    Open archived version from archive

  • MEGAPHON | Mosambik. Das Kapital meidet die Dörfer. |
    in den Bergen unterwegs ist da sei Hitze kein Problem Mosambik war als portugiesische Kolonie in den 1960er und 70er Jahren in einen blutigen Unabhängigkeitskampf verwickelt Wolfgang Peuerboeck war als Student in Graz einer jener Menschen die 1974 in Europa zahlreich auf die Straße gingen um die portugiesische Nelkenrevolution zu unterstützen Nach dem Fall der Diktatur entließ Portugal 1975 auch seine Kolonien Angola und Mosambik in die Unabhängigkeit Im Land am Indischen Ozean jedoch folgte ein Bürgerkrieg der bis 1992 wütete und den jungen Staat wirtschaftlich und gesellschaftlich in den Ruin führte Und heute 20 Jahre nach dem Bürgerkrieg Mosambik ist wie die meisten Länder südlich der Sahara globalisiert d h es gibt Kapital es gibt die großen Firmen aber man spürt kaum eine sozial ökonomische Entwicklung analysiert Peuerboeck der seit 1999 in Mosambik tätig ist Im Vergleich zum Kolonialismus der 1960er 70er Jahre wo man ein bisschen was aus dem Land getragen hat werden heute im großen Stil Ressourcen ausgebeutet und ausgeführt zum Beispiel Tropenhölzer Kohle oder Erdgas Das Problem sei dass das Geld das multinationale Unternehmen ins Land bringen nicht zu den Leuten finde in deren Regionen die Rohstoffe lagern Die Folge Die Kluft zwischen Reich und Arm wird unter den 23 Millionen Einwohner innen Mosambiks immer größer vor allem die ländliche Bevölkerung leide unter großer Armut Und auch die internationale Hilfe die Mosambik nach wie vor erhält komme in den ländlichen Regionen oft nicht an Das Ende der Armut in Mosambik beginnt in den Dörfern ist Peuerboeck überzeugt Das heißt wenn es gelingt Motivation zu erzeugen und Wissen zu vermitteln dass die brachliegenden Felder wieder bebaut werden dann könnte etwas entstehen Seit 2009 ist der Maschinenbau Ingenieur für die österreichische Entwicklungshilfeorganisation Horizont 3000 tätig Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt zurzeit im Bau von mit Solarenergie gespeisten Wasserversorgungsanlagen

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/archiv/megaphon_2012/september_2012/329/ (2015-08-12)
    Open archived version from archive

  • MEGAPHON | „Die Mehrheit der Österr eicher/innen ist dafür“ |
    Arbeit suchen oder eine Lehre machen können fordert die Initiative Machen wir uns stark von SOS Mitmensch dem Integrationshaus und M Media Unterstützt wird diese von der Gewerkschaft der Wirtschaftskammer und der Industrie sowie von den Grünen und einzelnen Politiker innen der SPÖ und ÖVP Die Online Petition haben seit Mai 8 300 Menschen unterzeichnet Einen Erfolg erreichte die Kampagne bereits Unter 18 jährige Asylwerber innen dürfen seit Kurzem eine Lehre in Bereichen in denen es Lehrlingsmangel gibt absolvieren Alexander Pollak von SOS Mitmensch erklärt die Hintergründe Herr Pollak wie ist die Arbeitssituation von Asylsuchenden derzeit Alexander Pollak Sie erhalten nach drei Monaten Zugang zum Arbeitsmarkt aber nur theoretisch Praktisch besteht eine fast gänzliche Arbeitsmarktblockade Seit 2004 dürfen nur mehr kurzfristige Beschäftigungsbewilligungen für Saison und Erntearbeit ausgestellt werden Das wird aber eher selten genützt denn im Gegenzug fällt man aus der Grundversorgung und verliert Anspruch auf eine Wohnung Das ist eine sozial prekäre Nicht Lösung Sie sagen wenn Asylsuchende arbeiten dürften wäre das für alle gut Pollak Ja es nützt niemandem wenn in Österreich Menschen leben die keinen Zugang zum Arbeitsmarkt haben Viele Asylsuchende müssen oft Jahre auf den Ausgang ihres Verfahrens warten In der Zeit werden sie von Sozialleistungen abhängig gemacht und dequalifiziert Wenn sie dann endlich arbeiten dürften ist es extrem schwer wieder etwas zu finden Laut einer Umfrage des UNHCR ist übrigens die Mehrheit der Österreicher innen dafür dass Asylsuchende arbeiten dürfen Vielen Asylsuchenden fehlt es noch an Deutschkenntnissen die sie für einen Job aber bräuchten was tun Pollak Von staatlicher Seite werden für Asylsuchende keine Deutschkurse angeboten Sie können sie sich nur selbst bezahlen und dazu fehlen meist die Mittel Daher fordern wir auch dass Asylwerber innen Zugang zu Qualifikationsmaßnahmen inklusive staatlicher Förderung erhalten Sie kritisieren auch die Unterbringung vieler Asylwerber innen Was sind die ärgsten

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/archiv/megaphon_2012/september_2012/330/ (2015-08-12)
    Open archived version from archive

  • MEGAPHON | Heimkommen ist immer ein Hammer |
    das passt auch bestens für die Familie Doch das war keine gute Strategie Aus dem Kloster in Nepal in den Grazer Adventtrubel das war gar nicht leicht für mich Und da habe ich mir wieder klargemacht Nach jeder Reise muss ich mir Zeit einräumen um wirklich anzukommen Die Indianer sind da vorbildlich Sie setzen sich hin und warten manchmal wochenlang bis die Seele nachkommt Und wenn sie dann wieder da ist Hlade fühle ich mich aufgeladen bekomme einen ganz frischen Blick Im Alltag schaltet sich ja immer rasch ein gewisser Automatik Modus ein Du gehst durch die Stadt denkst an Projekte siehst nichts mehr Das fällt mir besonders auf wenn ich Besucher innen Graz zeige Was mir da nicht alles auffällt Diese Achtsamkeit ist ein Reise Mitbringsel Im Prinzip habe ich nach einer Reise zudem immer viel Energie einen frischen Blick bin kreativer und stärker Allerdings aber erst nach der Phase von der die Indianer sagen dass die Seele noch nicht angekommen ist Später stellen sich dann unweigerlich die alten Routinen wieder ein Bis sie beengend werden Mich zieht es schon wieder fort Bei einem Reisenden wie Ihnen ist dieses Gefühl wahrscheinlich stärker Hlade Ja das wird ein Lebensrhythmus denke ich mir Wenn das Leben mehr und mehr mit Routinen verbunden ist muss ich fort Wobei ewig reisen ja auch nicht das Thema ist Aber es tut gut Europa ab und zu von außen zu sehen Etwa im Spiegel von indischen Medien Wenn ich zwei Wochen in Indien bin und lese was in den Zeitungen über Europa steht rückt das einiges zurecht So wichtig sind wir Österreicher innen gar nicht Die Inder innen sind viel mehr mit ihrer Tagespolitik beschäftigt Die wissen vielleicht nicht einmal von Kärnten Hlade Glaube ich auch nicht und die total wichtigen Nachrichten im Neuen Grazer

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/archiv/megaphon_2012/september_2012/331/ (2015-08-12)
    Open archived version from archive

  • MEGAPHON | Friedlich, aber faustdick |
    Milošević im Oktober 2000 dem Druck der Straße Angesichts von Hunderttausenden Demonstrant innen hätte nur ein Massaker ungeheuren Ausmaßes geholfen doch das wäre selbst dem autoritären Präsidenten zu steil gewesen In Serbien selbst versank Otpor alsbald in die politische Bedeutungslosigkeit Doch auch Jahre später treibt der bloße Name einer ehemaligen Studentenbewegung Angstperlen auf die Stirn autoritärer Herrscher in aller Welt Deren Furcht ist wohlbegründet und trägt unter anderem den Namen Srđa Popović Der Mitbegründer von Otpor tourt mit seinem Zentrum für angewandte gewaltfreie Aktion und Strategie CANVAS durch autoritäre Regime berät oppositionelle Aktivisten und propagiert die Vorzüge von gewaltlosem Widerstand und dem bisweilen resultierenden Regimewandel Mit großem Erfolg Friedliche Machtwechsel wie die Rosenrevolution in Georgien 2003 oder die Orange Revolution in der Ukraine 2004 waren sichtlich von serbischen Erfahrungen mitinspiriert die ägyptische Jugendbewegung des 6 Mai die zu den Mitinitiatoren der ägyptischen Revolution des Jahres 2011 gezählt wird übernahm sogar das originale Otpor Logo aus Serbien Aber auch auf Machterhalt fixierte Potentaten und deren Anhänger reagierten auf das Know how aus Serbien etwa mit der Behauptung dass Otpor Teil einer von den USA finanzierten und letztendlich vom CIA betriebenen globalen Verschwörung seien Der Belgrader dessen Aktivitäten auch von amerikanischen Stiftungen unterstützt wurden hat den Vorwurf wiederholt zurückgewiesen Außer Zweifel steht dass Popović in Washington D C hoch im Kurs steht Für seine Rolle im arabischen Frühling erklärte ihn das einflussreiche Magazin Foreign Policy Ende 2011 zu einem der 100 wichtigsten globalen Denker Russland zollt man Popović Aktivitäten Respekt freilich auf andere Weise Nach dem politischen Umbruch in der Ukraine gründete der Kreml im Jahr 2005 prophylaktisch gleich seine eigenen Jugendbewegungen inspiriert von Otpor Und auch zwischenzeitlich haben die Erfahrungen der historischen serbischen Proteste in Putins Reich nichts an Aktualität eingebüßt Russlands Regierende setzten auf Repression und versuchen insbesondere durch polizeistaatliche

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/archiv/megaphon_2012/september_2012/332/ (2015-08-12)
    Open archived version from archive

  • MEGAPHON / September 2012
    Österreicher leben im Ausland Einer von ihnen ist Wolfgang Peuerboeck Entwicklungshelfer in Mosambik weiterlesen Die Mehrheit der Österr eicher innen ist dafür Von Gerlinde Pölsler Die Initiative SOS Mitmensch kämpft dafür dass Asylsuchende arbeiten eine Lehre machen dürfen und in guten Übergangswohnungen untergebracht werden Und immer mehr Österreicher innen unterstützen sie dabei weiterlesen Heimkommen ist immer ein Hammer Die Koordinaten des Weltweitwanderers Christian Hlade weiterlesen Friedlich aber faustdick Von Herwig

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/archiv/megaphon_2012/september_2012/?p=y (2015-08-12)
    Open archived version from archive