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  • MEGAPHON | Intakt im Takt |
    Spiel nennt man das Nicht direkt mit dem Kind zu kommunizieren sondern einfach die Musik sprechen lassen In der Hoffnung dass das Kind antwortet Oft ist der Trick Empathie Ich kann mit der Musik vielleicht auch ausdrücken welche Emotionen ich beim Kind wahrnehme Das kann sich so weit steigern dass wirklich ein Dialog entsteht Das braucht natürlich Zeit erklärt die Therapeutin Mit 17 hatte sie zum ersten Mal von Musiktherapie gehört und war fasziniert Später studierte sie an der Musikuniversität in Wien und seit 2008 arbeitet sie im Ambulatorium Sonnenschein Zunächst eigentlich im gesetzesleeren Raum denn erst ein Jahr später wurde die Ausübung der Musiktherapie in Österreich in einem eigenen Gesetz geregelt In Europa einzigartig Doch auch hierzulande setzt sich die Erkenntnis dass sich über Klänge kommunizieren lässt wo Worte versagen nur nach und nach durch 2002 gab es in Österreich 185 Musiktherapeut innen zehn Jahr später waren es 250 Doch es werden mehr Seit 2010 bietet auch die Kunstuniversität Graz einen berufsbegleitenden Lehrgang für Musiktherapie an Heuer bekam der erste Jahrgang sein Zeugnis Damit gibt es neben der Musikuniversität Wien und der Fachhochschule Krems jetzt auch eine dritte Ausbildungsstätte für angehende Musiktherpeut innen Für Wallner führte schon das erste Vorstellungsgespräch zum Job Seit fünf Jahren arbeitet sie jetzt mit Kindern und bringt über Takt Melodie und Ton die Kommunikation in Schwung Kinder sind unvoreingenommen Das macht meine Arbeit so schön Nicht nur die Töne auch die Beschäftigung mit den Instrumenten kann Menschen in Einklang mit sich selbst bringen In Gruppensitzungen die die Musiktherapeutin mit einer Ergotherapeutin hält basteln die Kinder Instrumente Das Spiel mit den Tönen Bei den Einzelsitzungen gibt aber immer die Musik selbst den Takt vor Das Spiel mit den Tönen verlockt die Kinder zum Mitmachen Oft singt Wallner mit den Kindern Sie lernen Stimmbänder und Atmung

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  • MEGAPHON | Vom Cola- zum Kunstschaum |
    Hauptbahnhof Dort wurde 2005 das Schaumbad Freies Atelierhaus Graz gegründet Nach Jahren mühseliger Gebäudeadaptionen in die Zeit Geld und Energie flossen wurde dieses vom Besitzer verkauft und die Künstler innen saßen wieder auf der Straße Es folgten eineinhalb Jahre rastloser Kunstwanderschaft doch nun ist man wieder angekommen Am Konzept des freien Atelierhauses hat sich nichts geändert Es fehlen in Graz nach wie vor leistbare Räume für Künstler innen so Eva Ursprung eine der treibenden Kräfte im Schaumbad Universum Ungefähr die Hälfte der tatsächlich anfallenden Kosten des Atelierhauses wird durch Förderungen abgedeckt für den Rest müssen die Atelierbenützer innen selbst aufkommen Raumangebot und Platzmangel Selbstverwaltete Atelierhäuser gibt es auch in anderen Städten etwa in Mailand Glasgow Hamburg oder Dortmund Vertreter innen waren zum Eröffnungssymposium zu Gast in Graz Der Bedarf ist überall derselbe Arbeitsräume die gleichzeitig Begegnung Interaktion Spontaneität ermöglichen Unmittelbar umsetzen zu können was einem gerade unter den Nägeln dem Meißel der Tastatur oder der wo auch immer brennt Raum zum Experimentieren Diskutieren gemeinsames Arbeiten oder Rückzugsort zum ungestörtes Nachdenken Entwickeln Produzieren Das ist kaum wo selbstverständlich Im Schaumbad schon Seifenblasen und Kunst liegen nahe beieinander Da wird die Theaterperformance geprobt während nicht weit davon Skulpturen entstehen Da werden Bilder präzise platziert Videos geschnitten und Installationen ausgetestet Alles neben unter und sehr vieles auch miteinander Derzeit sind 32 Künstler innen in 20 Ateliers im Schaumbad tätig und der Bedarf nach mehr Raum ist nach wie vor groß Wir haben zwar Platz aber in der offenen Halle erschwert die gegenseitige Lärm und Staubbelästigung das Arbeiten so Ursprung Daher hat man bereits begonnen einen Abschnitt zu unterteilen und Einzelateliers einzuziehen Die Räume selbst müssen schleunigst gebaut werden wenn wir es uns leisten könnten Dann könnte das Schaumbad auch noch ein paar Leute mehr aufnehmen Doch derzeit ist man auf der Suche nach

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  • MEGAPHON / Jänner 2014
    ökologisch intakt Wird sie das auch bleiben Oder wird sie untergehen Werden sich Gondeln erheben oder Flöße fahren Werden wir unter der Hauptbrücke eislaufen oder weiterhin einfach nur ein bisschen an ihr entlanggehen können weiterlesen Intakt im Takt Von Matthias Fuchs Klangtherapie ist kein Himmel voller Geigen aber ein musikalischer Raum voller Möglichkeiten weiterlesen Vom Cola zum Kunstschaum Von Evelyn Schalk Das Künstler innenkollektiv Schaumbad hat mit seinem freien Atelierhaus

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  • MEGAPHON | Hinter Gitter: An der Grenze der Gefühle |
    Woche verbringt der Pastoralassistent im Gefängnis wo 550 Männer ihre Haftstrafen absitzen wegen Diebstahl Vergewaltigung oder etwa Mord Riedl spricht mit allen die das wollen über ihre Themen Sorgen Freuden Heute sind es fünf Insassen Am Holzstuhl neben Gerhard hat er Platz genommen Sie sehen sich an vertraut Oft reden wir über deine Malerei sagt Riedl Gerhard malt auch im Gefängnis surrealistische Bilder etwa ein Haus in verwobenen Baumkronen Riedls Blick ruht in Gerhards Augen tief hinter der Brille Im Frühjahr 2003 war die Stelle ausgeschrieben Gefängnisseelsorger Und Riedl hat gewusst Das passt Er hatte Theologie studiert als Pastoralassistent bei Pfarrer Wolfgang Pucher gearbeitet Vor dem Gespräch mit meinem ersten Mörder habe ich überlegt Treffe ich eine Bestie schmunzelt Riedl Aber nein es ist immer noch ein Mensch sagt er Mit all seinen Abgründen Sein berühmtester Fall Der Serienmörder Wolfgang Ott der mehrere Frauen getötet und in der Enns versenkt hat Wider die Ablehnung Ich möchte in jedem Menschen das Göttliche finden sagt Riedl trocken Die Insassen müssen seinen Plan nicht kennen Was er entdeckt ein Lächeln eine nette Geste Sein Job Sich einzulassen auf das Innenleben von Menschen außerhalb der Gesellschaft Wenn Sie so wollen greife ich ins Meer und gebe ihnen Halt ergänzt Riedl das Bild Ich darf mit den Insassen mitfühlen Im Unterschied zu Psycholog innen oder Psychiater innen muss er sie nicht bewerten Seine Arme streckt Riedl aber nicht nur bildlich aus Er gibt auch körperlich Halt Insassen sagen sie spüren sich nicht mehr und fragen ob ich sie umarmen kann Riedl kann Ich habe keine Berührungsängste Ich weiß wo ich aufhöre und wo der andere beginnt Der Seelsorger hat beim Karate seine eigenen Grenzen erkundet oft praktiziert er Tai Chi Verwurzelt zu sein ist wichtig Was im Gehirn passiert wenn jemand empathisch ist also fühlt

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  • MEGAPHON | Café Begegnung |
    Wir haben einfach gemerkt dass es in unserer Umgebung viele Menschen gibt die oft alleine sind erzählen Annemarie Kaiser und Hermine Schlager Und genau diesen Menschen wollten wir einen Ort bieten an dem sie zusammenkommen können Sie sind die Initiatorinnen der Einrichtung die sich seit bald drei Jahren großer Beliebtheit in der Region erfreut Bei der gemeinsamen Arbeit an einem Caritas Projekt für langzeitarbeitslose Frauen hatten die beiden sich einst kennengelernt Als sie dann ziemlich zeitgleich in Pension gingen hoben sie das Projekt Plauscherl aus der Taufe Dachorganisation ist der Pfarrverband Vordernbergtal und auch das Sozialbegleitungsprogramm SOZIUS der Caritas ist einer der Träger innen Die Räumlichkeiten bekommen wir besonders günstig und für die Einrichtung sorgten Sponsoren erklärt Schlager Auch die Besucher innen selbst erhalten das Plauscherl In der Kaffeekassa können sie den einen oder anderen Euro als Dankeschön deponieren Das funktioniert so gut dass das Plauscherl von Tag eins bis heute ganz ohne finanzielle Unterstützung auskommt Ganz ohne Unterstützung schaffen es die beiden Frauen aber nicht Mit fünf weiteren Damen betreuen sie ehrenamtlich die Einrichtung Zwei Mal in der Woche immer dienstags und freitags stehen die Türen des Plauscherl von 14 bis 17 Uhr für alle offen die endlich wieder einmal gehört werden wollen Anfangs haben die Menschen geglaubt dass die Einrichtung nur für sozial schlechter gestellte Menschen gedacht ist aber das ist nicht der Fall Bei uns sind alle willkommen Auch Herr Kreiter Seit Beginn kommt der 68 Jährige vorbei Oft sogar zweimal die Woche Elf Jahre ist der ehemalige Museumsmitarbeiter schon pensioniert Als dann vor sechs Jahren seine Frau starb war er oft alleine Meine Frau geht mir natürlich schon sehr ab Kinder haben wir auch keine erzählt der Witwer ruhig und bedacht Recht still hatte er bisher seinen Kuchen und Kaffee genossen immer mit einem leichten Lächeln

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  • MEGAPHON | Insel aus Loam |
    du da jetzt so drüberfährst dann schaut das aus als ob und schon sind die Kinder gefangen von der feuchten Erde und versuchen ihre eigenen Ideen in Form zu bringen Sie finden oft Wege die würden dir als Erwachsener im Traum nicht einfallen schwärmt Selma Und wenn es einmal wie in einer Schulklasse drunter und drüber geht Du gibst ihnen Material wenn sie brav sind arbeiten sie sowieso Wenn sie schlimm sind gibst du ihnen einfach mehr Material Und so entsteht aus dem Ton Schicht für Schicht eine Insel auf der sich die Kinder zurückziehen sich kreativ entfalten und entwickeln können Zwar haben solche Inselaufenthalte im Da Loam einen Preis doch stellt die 45 jährige Künstlerin seit Jahren auch geförderte Kursplätze zur Verfügung Adressat innen sind Kinder und Jugendliche aus krisengebeutelten Familien für Selma eine wertvolle Auseinandersetzung Wenn Kinder aus Flüchtlingsfamilien mit Ton arbeiten packen sie oft mehr aus als beim Psychologen Mit ihren Kursen möchte Selma das Selbstvertrauen der Kinder und ein respektvolles Miteinander stärken Gleichzeitig erhält sie selbst Einblicke in viele Verhaltensmuster in das Entstehen von Ausgrenzung und die Entwicklung von Kreativität Es ist ergreifend mit Kindern zu arbeiten Darin gehe ich auf Ihre eigene Kindheit verbrachte Selma in Bad Hofgastein in Salzburg umgeben von Kunst und Künstler innen allen voran ihr Vater der Bildhauer und Drechsler ist Ein Tonvorrat war immer zu Hause ihre Hände ständig in Bewegung und ihre Nase entzückt Ich war und bin total vernarrt in den Geruch von Ton Am besten riecht er in einem halbfertigen Gefäß Wie ein alter Tümpel erklärt sie Material und künstlerische Tipps ihres Vaters und dessen Kolleginnen und Kollegen haben sie beim Großwerden begleitet Mit 14 Jahren wanderte sie schließlich vom Hochgebirge ins Burgenland um in Stoob die Keramikfachschule zu besuchen Nach Abschluss der Ausbildung und bereits schwanger

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  • MEGAPHON / Dezember 2013
    töpfern mit Selma Etareri Hinter Gitter An der Grenze der Gefühle Von Elisabeth Pötler Mit Gefängnisseelsorger Josef Riedl in der Justizanstalt Graz Karlau weiterlesen Café Begegnung Von Peter K Wagner Hier findet Zuspruch wer sonst oft alleine ist Willkommen im Plauscherl in Trofaiach weiterlesen Insel aus Loam Von Anita Raidl Künstlerin und Keramikerin Selma Etareri kann ihre Arbeit gut riechen und liebt es Kinder und Jugendliche in ihrer Kreativität zu

    Original URL path: http://www.auschloesslgraz.at/de/strassenmagazin/archiv/megaphon_2013/Dezember_2013/?p=y (2015-08-12)
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  • MEGAPHON | Schlafplatz Superior |
    wird Bei der Arche hat es die Stadt Graz getan 1 7 Millionen Euro sogar Dafür bekam das Haus eine Generalsanierung wurde umgebaut und um zwei Stockwerke erweitert Seit der Eröffnung im Juli 2013 ist das was einmal als Rettungszentrale der steirischen Landeshauptstadt angelegt wurde ein Gebäude das seinen Ansprüchen als soziale Einrichtung mehr als gerecht wird Die Herausforderung war der 30 Seiten starke Katalog mit Problemstellungen erklärt Lintner 30 Seiten mit Kleinigkeiten und großen Hürden Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro W G Wratschko Es verlegte etwa das Stiegenhaus für die bessere Trennung der einzelnen Bereiche Oder sorgte in der Notschlafstelle im zweiten Geschoss für eine räumliche Aufteilung die stark an ein Hotel erinnert Michael Lintner deutet auf das eingerahmte großformatige Foto an der Wand Es zeigt die Notschlafstelle vor dem Umbau Stahl rohrhochbetten dicht aneinander gedrängt Die Aufnahmen sind in Schwarz Weiß gehalten und düster die Gegenwart ist wesentlich freundlicher Lintner öffnet die Türe zu einem der Zimmer Ein heller Raum hochwertige Holzbetten und Holztrennelemente jeweils gespendet von der Tischlerinnung 30 Schlafplätze gibt es insgesamt Bed and Breakfast nennt Lintner das Konzept weil es am Abend und in der Früh eine Jause gibt für die Obdachlosen Zwei Etagen höher steht Herr Prem am Fenster Er ist 73 Jahre alt Die grauen noch immer vollen Haare sind fein nach hinten gekämmt das faltenlose Hemd steckt in der Hose Das hier ist sein Zimmer Bett Kasten Kommode Schreibtisch Fernsehanschluss Fenster mit Aussicht Er ist einer von 14 dauerhaften Bewohnern der Wohngemeinschaften im dritten und vierten Stock Einziehen darf in diese WG nur wer sich vom ersten Tag an von Sozialbetreuern helfen lässt Mir geht hier nichts ab nein uns geht s hier wirklich gut sagt Herr Prem Installateur sei er früher gewesen ehe ihm seine Lunge zu schaffen machte Tuberkulose Er

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